Welcher Ski ist der richtige?

So finden Sie Ihren Traum-Ski

Foto: Helmut Baumgartner Skitest 2018 - Kaufberatung
Racecarver, Allmountain- oder Offpiste-Ski? Skimodelle gibt es in Hülle un Fülle. Wir zeigen Ihnen den Weg zum Traumski und werfen einen Blick hinter die Kulissen des DSV skiTEST.
Zu den getesteten Produkten

Der DSV skiTEST beginnt schon viele Wochen vor dem eigentlichen Teststart auf Schnee in Obergurgl. Anfang Dezember werden die Skihersteller über die Testkategorien des kommenden Tests informiert und melden bis zur internationalen Sportartikelmesse in München ihr Testfeld.

Auf der Messe werden die Meldungen von der Testleitung und den Verantwortlichen der Skihersteller nochmals besprochen, und Ende Februar kommt eine Ski-Lieferung nach der anderen im Haus des Ski in Planegg an, wo die Testmodelle inventarisiert, überprüft und schließlich mit neutralem Klebeband abgeklebt werden, um das Design des Skis zu zerstören.

Hierdurch sollen etwaige Beeinflussungen der Tester durch die grafische Gestaltung des Skis verhindert werden – wie es die Deutsche Industrie Norm (DIN ISO 8783, die eine Anleitung zur Durchführung von Fahrtests für Alpinski gibt) vorsieht.

Slalomcarver wieder mit im Testfeld

Neu war für Skiindustrie und die Testcrew, dass neben den Modellen der Kategorien Racecarver, Sportcarver, Genusscarver, Allmountain-Ski, Offpiste-Ski, Lady-Sportcarver und Lady-Genusscarver in diesem Jahr auch die Kategorie der Slalomcarver wieder mit am Start war.

„Wir haben durch unsere Entscheidung im Jahr 2013 – wo wir uns gegen die Slalomcarver als eigene Testkategorie ausgesprochen hatten – beabsichtigt, den Markt in Richtung der breitbandigeren Sportcarver und den sich immer sportlicher präsentierenden Genusscarvern zu lenken, wurden von den Endverbrauchern, Handel und Skiindustrie aber eines Besseren belehrt“, so Florian Schmidt, einer der beiden Testleiter des DSV skiTEST.

„Daher haben wir die Slalomcarver in diesem Jahr wieder mit in den Test aufgenommen und stattdessen auf die Innovationsmodelle verzichtet – nachdem hier in den vergangenen Jahren immer wieder eine Vielzahl an Slalommodellen von den Herstellern ins Rennen geschickt wurden“, begründet der zweite Testleiter Andreas König diese Entscheidung.

Großes Testfeld mit 99 Skimodellen

Insgesamt 99 Paar Ski standen somit in 8 Testkategorien bereit, um von den unterschiedlichen Testcrews auf dem perfekt präparierten Testhang unterhalb des 3035 Meter hohen Festkogels in Obergurgl eingehend beurteilt zu werden.

Auf dem Markt gibt es viele gute Skimodelle, das beweist auch das Feedback der Profi -Testcrew und der Vergleichsgruppe des DSV skiTEST – aber sie müssen vom Charakter her zum Fahrer, seinen Vorstellungen vom Skifahren und seinem Fahrkönnen passen. Denn was bringt der beste Racecarver, wenn ein genussorientierter Skifahrer ihn nicht beherrschen kann?

Wie seit Jahren bewährt, konnte die Skiindustrie in jeder der insgesamt 9 Testkategorien (neben dem Test in Obergurgl wurden noch Ski in der Kategorie Skitour getestet) jeweils ein Testmodell im Auslieferungszustand anliefern. Die Skihersteller entscheiden hierbei eigenständig, ob sie am DSV skiTEST teilnehmen, und wenn ja, welche Kategorien sie mit welchem Skimodell bestücken. Kosten entstehen für die Skihersteller, außer der Anlieferung der Testski, keine.

Genau festgelegter Testparcous

Anhand der erzielten Daten übernahm die Deutsche Sporthochschule Köln in bewährter Manier die Auswertung der Ergebnisse. Optimale äußere Bedingungen und eine perfekt präparierte Piste – hier gebührt den Mitarbeitern der Bergbahnen Obergurgl/Hochgurgl ein besonderer Dank – waren die Grundvoraussetzungen, um den standardisierten Testablauf nach DIN/ISO 8783 bei möglichst konstanten und somit aussagekräftigen Pisten- und Witterungsverhältnissen durchzuführen.

Konzentriert und mit Feingefühl machten sich die Tester an die Arbeit, um die unterschiedlichsten Modelle auf einem genau festgelegten Testparcours zu testen und hinterher jedes Mal akribisch die Testbögen auszufüllen. Das erforderte nicht nur Konzentration, sondern auch gehörige Power in den Beinen. Entsprechend wuchs mit jedem Tag der Respekt vor den Mitgliedern des DSV skiTEST-Profi teams, denn diese mussten mit den auf spezielle Schneeverhältnisse ausgelegten Kategorien der Offpiste- und Tourenski ein noch umfangreicheres Testfeld beurteilen.

Entsprechend finden Sie in den großen Skitests klare Zielgruppenzuordnungen in den Testbriefen. Darüber hinaus zeigt Ihnen unsere Kaufberatung, wie Sie in nur vier Schritten Ihren ganz persönlichen Traumski finden können. So ausgestattet und im Sportfachgeschäft gut beraten, können Sie sich auf den Skikauf und die ersten Tage im Schnee freuen. Und das viele Wochen und Monate, nachdem wir die ersten Schritte für den diesjährigen Skitest in die Wege geleitet haben.

Welcher Ski-Typ bin ich?

Damit Sie Ihren persönlichen Traumski finden, ist eine ehrliche Selbsteinschätzung das A und O. Analysieren Sie, welcher Fahrertyp Sie wirklich sind. Die Aufstellung hier hilft Ihnen dabei weiter.

Einsteiger: Ob beim Schussfahren, Bremsen oder in Kurven – für Einsteiger ist jede Bewegungsform im Schnee eine neue Herausforderung. Doch Skischulen bringen einen schnellen, sicheren und erlebnisreichen Lernerfolg. Freie Fahrt also für die ersten Spritztouren auf einer blauen Piste!

Genießer: Gemütlichkeit ist Trumpf! Der Genießer muss nicht um jeden Preis der Schnellste sein, und harte, steile Pisten stehen nicht auf seiner Tagesordnung. Er lässt es ruhig angehen und genießt es, auf blauen und mittelschweren roten Pisten Schwünge ohne viel Krafteinsatz zu fahren.

Allrounder: Der Allrounder beherrscht die moderne Carving-Technik gut und wechselt zwischen exakt auf der Kante gezogenen Turns sowie elegant angedrehten Schwüngen. Schwierige Pisten meistert er als technisch versierter Vielfahrer locker. Er liebäugelt auch mit Buckelpisten und Skivarianten.

Sportler: Seine ausgefeilte Skitechnik weist den Sportler als Könner in allen Schneebedingungen aus. Meisterhaft zieht er den Ski bei allen Tempi und Radien durch die Kurven. Steile, eisige Hänge entlocken ihm ein Lächeln. Seine körperliche Fitness lässt ihn auch am Ende des Skitags nicht schwächeln.

Racer: Der Racer besitzt ein Faible für den Rennsport und bewegt sich ausschließlich am Limit. Die Pisten funktioniert er zur Rennstrecke um und legt in kraftvoller und technisch perfekter Manier Carvingspuren in den Schnee. Priorität im Gelände sind anspruchsvolle, knifflige Hänge und Couloirs.

Das können aktuelle Ski-Typen

Was helfen die besten Bedingungen, wenn der Skityp nicht zum Fahrer passt. Mit Hilfe dieser Übersicht erfahren Sie die wichtigsten Eckdaten zu Racecarver & Co. – damit Sie diese Skisaison in vollen Zügen genießen können.

4 Kriterien für Ihren Traum-Ski

Der persönliche Traumski. Übersichtlich und prägnant auf den Punkt gebracht – die Testbriefe des DSV skiTEST verraten Ihnen, welcher Ski der richtige für Sie ist.

Technische Daten: Hier lesen Sie die Fakten. Vom empfohlenen Verkaufspreis in Euro, gültig für ein Paar Ski inklusive Bindung, bis zu den erhältlichen Längen. Die rot markierte ist die getestete Länge, dann folgen Taillierung und Radius.

Fahreigenschaften: 5 Kriterien, die den Charakter eines Skis genau ausdrücken. Hier fließen die Ergebnisse der Testprotokolle – ausgewertet von der Sporthochschule Köln – ein. So lassen sich Stärken und Schwächen schnell erkennen.

Fahrertyp: Wie gut der Ski mit Ihren Fähigkeiten harmoniert, erkennen Sie an der Balkenlänge. Zielgruppen, für die der Ski besonders passt, sind rot unterlegt. Je breitbandiger ein Ski ist, desto mehr Zielgruppen deckt er ab.

Testergebnis: Hier fließen die schriftlichen Bewertungen und Kommentare der DSV aktiv-Profitester mit ein. Gleichzeitig finden aber auch die subjektiven Eindrücke des Vergleichsgruppentests (bestehend aus Lesern und Sportfachhändlern) im Testergebnis ihren Niederschlag.

Auf die Länge kommt es (doch) an

Der finale Längencheck. Länger oder kürzer? Die Antwort darauf hängt am wenigsten von der Körpergröße ab.

Entscheidend für die richtige Skilänge ist das Fahrkönnen, die Pistenart bzw. das Gelände sowie die bevorzugte Geschwindigkeit. Die typischen Längen für die einzelnen Skikategorien finden Sie in der Tabelle unten. Tipp: Je länger ein Ski ist, umso höher ist seine Laufruhe; je kürzer, desto besser dreht er. Erst im letzten Schritt gehen sehr große, schwere oder sehr kleine, leichte Skifahrer noch einen Längenschritt rauf oder runter.

Skikategorie Längen
Racecarver 170–190 cm
Slalomcarver 155–170 cm
Sportcarver, Allmountain-Ski, Tourenski 165–180 cm
Genusscarver 150–170 cm
Offpiste-Ski, Freeride-Ski 170–190 cm

Alle gestesteten Ski im großen DSV-Skitest 2018:

15.11.2018
Autor: Florian Schmidt
© planetSNOW