Perfect Day - ein Ski-Tag in Garmisch-Partenkirchen

Felix Neureuther verrät seine Geheimtipps

Garmisch-Partenkirchen wird vom 2. bis 20. Februar 2011 ganz im Zeichen der Alpinen Ski-WM stehen. Slalom-Ass und Lokalmatador Felix Neureuther zeigt, wo es auch abseits der Wettkampfstrecken richtig rund geht.

Mit seinem ersten Weltcup Sieg im Januar in Kitzbühel und dem Sieg am heimischen Gudiberg beim Weltcup-Finale 2010 hat Felix Neureuther gezeigt, dass er es kann – mit dem Druck umgehen und wichtige Rennen gewinnen. Als einer der wenigen Athleten hat er die Chance, eine Ski-WM in seinem Heimatort zu erleben.

Hier erklärt der 26-Jährige, wie er sich einen perfekten Skitag am Fuß der Zugspitze vorstellt und offenbart dabei, dass er die schmalen Rennski auch gerne mal gegen breite Freeride-Bretter eintauscht.

1. Alpspitzbahn: Nach einem guten Frühstück geht es morgens mit der ersten Gondel rauf auf den Berg. Das muss nicht zwingend die Hausberg- oder Kreuzeckbahn sein. Eine lohnende Alternative ist hier die Alpspitzbahn. Sie hat zwar nur zwei Gondeln, was manchmal etwas Wartezeit bedeutet, aber dafür hat man, wenn man oben, ist eine sehr lange Abfahrt mit vielen Möglichkeiten vor sich.

2. Osterfelder-Gebiet: Mein Geheimtipp bei Neuschnee ist das Osterfelder-Gebiet – eine perfekte Offpiste-Spielwiese. Dort erschließen sich unterhalb der Hochalmbahn und in Richtung Bernadein-Schlepplifte einige schöne Variantenabfahrten. Hier sollte man sich vorher auf jeden Fall den Lawinenlagebericht genau anschauen. Außerdem ist die Auffahrt mit der Hochalmbahn schon ein Erlebnis. Da sind nicht so viele Leute, die alte Gondel hat etwas Nostalgisches, und der Ausblick ist traumhaft.

3. "Aspen-Bowl": Weiter geht es Richtung Tal, zu dem in dieser Saison mit neuen Wetterschutzhauben ausgestatteten Kandahar-Express. Hier kann man kurz nach dem Liftausstieg, von oben ins Tal schauend, links hinüber ins Gelände queren. Die "Aspen Bowl" genannte Variante bietet perfektes Offpiste-Feeling.

4. Kandahar: Oder aber es geht die Kandahar hinunter – auf der WM-Strecke, auf der die Abfahrts-, Super-G- und Riesenslalom-Rennen stattfinden werden. Die Kandahar ist eine der legendärsten Abfahrten im Skiweltcup, neben der Streif in Kitzbühel und der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen. Selbst für mich als Techniker ist die Kandahar immer eine Abfahrt wert. Die Piste ist den kompletten Winter über perfekt präpariert, liegt zum Großteil im Schatten und ist die optimale Spielwiese für Tempobolzer und Skifahrer, die die Kanten mal richtig zum Glühen bringen wollen. Durch die Umbauten für die Ski-WM gibt es jetzt neben der traditionellen Kandahar-Abfahrt noch zusätzliche weitere Varianten, was die Talabfahrt noch abwechslungsreicher macht. Highlight auf der Kandahar ist der freie Fall mit bis zu 90 Prozent Gefälle. Eine nicht ganz so anspruchsvolle Alternative ist die Olympia-Abfahrt.

5. Drehmöser 9: Mittags geht es auf die Drehmöser 9 an der Bergstation der Hausbergbahn. Die Hütte ist mein absoluter Favorit, denn hier treffen sich die jungen Leute. Essen und Stimmung sind immer gut, und außerdem wird die Hütte von meinem ehemaligen Trainer bewirtschaftet. Alternativ kann man sich auf der Kreuzalm von der Sonne verwöhnen lassen. Wer es moderner mag, geht ins Garmischer Haus und für uriges Hüttenfeeling ins Bayernhaus.

6. Hornabfahrt: Nachmittags empfehle ich die Hornabfahrt im Hausberg-Gebiet. Eine sehr schöne Piste, die sich jedoch viele Skifahrer aufgrund eines recht steilen Stücks nicht so recht zutrauen.

7. Adamswiesenabfahrt: Diese Piste im Hausberg-Gebiet ist ebenfalls ein Tipp für den Nachmittag. Die Strecke ist relativ viel im Schatten, denn hier kommen erst am Nachmittag die ersten Sonnenstrahlen auf den Hang. Daher bietet die Abfahrt auch zu späterer Stunde meist noch sehr gute Bedingungen.

8. CaféBar Kandahar: Meinen Skitag beende ich am liebsten mit einem Cappuccino in der CafèBar Kandahar in der Talstation der Kreuzeckbahn. Dazu noch ein Radler oder ein alkoholfreies Erdinger Weißbier – und der Skitag ist perfekt abgeschlossen.

9. Lodge: Abends geht es zum Après-Ski in die Lodge, dann ins Peaches und, wenn Kraft und Ausdauer noch reichen, zu späterer Stunde in den John’s Club. Gerade die Lodge finde ich cool. Ich liebe die zur Bar umgebaute Gondel, die vor der Tür steht. Ideal für all diejenigen, die von Gondeln nach einem perfekten Skitag noch nicht genug haben.

10. Frauendorfer: In Garmisch gibt es viele supergemütliche Unterkünfte und Wirtschaften. Das Frauendorfer in der Partenkirchener Ludwigstraße verbindet traditionelle Gastlichkeit – hier sind Abends immer zwei Jungs am Schuhplatteln – mit guter bayerischer Küche und gemütlichen Zimmern. Unser Teamhotel Rissersee, am romatischen See mit Blick auf die Zugspitzregion gelegen, ist der optimale Rückzugsort zum Entspannen und Genießen.

16.12.2010
© planetSNOW
Ausgabe 01/2011/2011