Leben und Tod des Shane McConkey

The Last Big Thing: Tribute to Shane McConkey + Video

Shane McConkey war einer der einflussreichsten Skifahrer der Welt. Er veränderte vieles: vom Shape der Freerideski bis hin zum Fahrstil im Powder. Aber erst als er das Fliegen lernte – er kombinierte Skifahren, Basejumping und den Einsatz von Wingsuits auf spektakuläre Weise – fand er seine wahre Bestimmung. Doch dann ging ein Sprung völlig schief …
Foto: Graeme Murray/Red Bull Photofiles Shane McConkey

Shane McConkey starb am 26. März 2009 bei den Dreharbeiten zum neuen MSP-Film.

Im Januar 2009 mailte Shane McConkey MSP und Red Bull – zwei seiner Hauptsponsoren: »Ich habe schon seit einiger Zeit ein paar Pläne in den Dolomiten, die ich jetzt gerne umsetzen möchte.« Er schlug einen Trip für März vor, fügte einen detaillierten Programmablauf und Fotos von auserwählten Cliffs bei. Sein erstes Ziel war der Ski-Base einer klassischen Linie am Sassongher. Sein zweites Ziel war es, noch mehr Ski-Basejumps mit Wingsuit zu machen. Sein drittes und kühnstes Ziel war der Versuch eines »Double-Stagers«: Er und Holmes würden ein erstes Cliff Ski-Basejumpen, auf ihren Ski landen, den ersten Fallschirm abschneiden, über ein zweites Cliff fahren und mithilfe eines zweiten Fallschirms landen. »Der Double-Stager war das 'next big thing' und Shane war immer ganz und gar auf das nächste 'big thing' aus«, sagt Steve Winter, einer der Gründer von MSP, der die Filmcrew in Italien leitete.

A tribute to Shane

Die Skifilmer von Matchstick Productions zollen ihrem vielleicht besten Athleten Tribut und geben seinen Clip im gerade eben erschienenen »In deep« für die Youtube-Gemeinde frei. Den ganzen Film gibt es im gutsortierten Skishop oder unter www.x-tremevideo.com.




Foto: Justin Kosman/Red Bull Photofiles Shane McConkey

Auch eine Art, auszuchecken: Shane springt von einem Hotel in Las Vegas.

25. März 2009. »Heute haben wir eine Linie am Sassongher gemacht!« schrie die Headline auf McConkeys Blog. Shane McConkey, 39, galt als einer der einfallsreichsten Skifahrer der letzten 20 Jahre. Aber diese Linie am Sassongher interessierte ihn aus Gründen, die über das Skifahren hinausgehen. Seit mehr als zehn Jahren war er ein begeisterter Basejumper und hier in den Dolomiten, in einer eisigen, 45° steilen Rinne am 2625 m hohen Sassongher, fand er den perfekten Ort, um seine beiden Passionen zu einem spektakulären Ski-Base zu verbinden. Zusammen mit Ski-Pro und Basejump-Kollegen J.T. Holmes und einer vierköpfigen Filmcrew von MSP (Matchstick Productions) hatten sie auf dem Weg am Sassongher ein Detail entdeckt, das nur jemanden wie McConkey in helle Aufregung versetzen konnte. »Wenn man das Couloir abfährt, kommt man nach etwa einem Drittel der Strecke an eine schräg abfallende und nach rechts wegführende Rampe«, schrieb er, »sie führt zu einem Schneefeld oberhalb eines 300 Meter hohen Cliffs ...«

McConkey fuhr zuerst, rutschte drei oder vier Schwünge über den eisigen Schnee, sprang mit einem großen Frontflip über das Cliff und flog einige Sekunden im freien Fall, bevor er den Fallschirm zog und auf seinen Ski landete. 30 Sekunden nach seiner Landung flog auch Holmes über das Cliff. »Heute war ein guter Tag«, bloggte McConkey.

23.11.2009
Autor: Tim Sohn
© planetSNOW