Perfect Day: Nauders

Achtung, Geheimtipp!

Lisa Magdalena Agerer
Foto: Lisa Magdalena Agerer
Nauders am Reschenpass ist auf jeden Fall so etwas wie ein Geheimtipp. Lisa Magdalena Agerer verrät, wo es sie hinzieht.

Nauders am Reschenpass ist auf jeden Fall so etwas wie ein Geheimtipp: Auf insgesamt 70 Kilometer Piste herrscht dank der Höhenlage von 1400 bis 2850 Meter absolute Schneegarantie – auf bestens präparierten und nicht überlaufenen Abfahrten in allen Schwierigkeitsstufen, im Snowpark, auf diversen Freeride-Skirouten, den Buckelpisten, den sonnigen Carving-Hängen oder im Kinderland. Außerdem: Bis zu 8 Kilometer lange Rodelstrecken, eine Tubing- und Zipfelbobbahn und eine 4000 m2 große Eisbahn mitten im Ortszentrum von Nauders. Dank des Skiverbunds mit den Südtiroler Skigebieten Schöneben und Haider Alm stehen im Dreiländereck Italien–Österreich–Schweiz insgesamt sogar 120 Kilometer vielfältige Piste zur Verfügung. Super für Familien: Der große (2 Elternteile) oder kleine (1 Elternteil) Familienskipass ermöglicht günstigen Skispaß für die ganze Bande!

 

Karte Nauders
Foto: TVB Nauders

1 Wenn es die Bedingungen zulassen, beginnt mein perfekter Tag in Nauders schon einige Zeit vor dem öffentlichen Skibetrieb. Dann ziehe ich meine ersten Schwünge bereits um 7.30 Uhr beim Training an der Zirmbahn oder dem Ideallift, denn die Bergbahnen Nauders unterstützen mich mit optimalen Trainingspisten und Motorschlitten zur Beförderung. Nach Trainingsende gönne ich mir einen wohlverdienten Cappuccino im Wintergarten des Panoramarestaurants Bergkastel, wo mich die ersten Sonnenstrahlen aufwärmen.

2 Wenn ich nicht schon vor dem Liftbetrieb auf der Piste bin, dann trifft man mich sicher als eine der Ersten an der Talstation der Bergkastelbahn. Ich liebe es, vor allen anderen die Talabfahrt (Piste Nr. 1 mit Nr. 9) herunterzuschießen und so meine Speedski einzufahren. Allerdings ist bei hohen Geschwindigkeiten immer Vorsicht geboten – mein Vater oder meine Schwester begleiten mich, um mir an Geländekuppen und den Einfahrten in Steilhänge „freie Fahrt“ zu garantieren. So kann ich auch den einen oder anderen Sprung machen, beispielsweise an meiner absoluten Lieblingspassage kurz vor der Lärchenalm. Hier sind – je nach Schneelage – Sätze von bis zu 35 Meter möglich.

3 Wenn sich das Skigebiet nach und nach füllt, zieht es mich zum 8er-Sessel der Zirmbahn. Aufgrund der hohen Förderleistung dieser Anlage und der wahnsinnig breiten Piste (ich glaube, das ist die breiteste Piste, die ich je gesehen habe) verteilt sich die Menschenmenge super. Man kann auch in der Hochsaison die eigene Linie problemlos durchziehen.

4 Mittags lockt es die meisten Gäste in eines der tollen Restaurants, wie die Lärchenalm oder das Arsangs. Ich persönlich nutze genau diese Zeit, um noch mal ein paar (fast) ungestörte Abfahrten auf der Piste Nr. 7 zu machen.

5 Nachmittags findet man an der Tscheyeck-6er-Sesselbahn noch super Verhältnisse. Für mich ist dieser Berg sehr speziell – einerseits weil der Blick vom Gipfel einfach sensationell ist (Fotos und Selfies sind hier ein Muss!), andererseits weil ich hier einen Lieblingsplatz habe. Einige Meter tiefer und etwas abseits von der Abfahrt suche ich mir inmitten einiger idyllischer Heustadel (talwärts links) häufig ein ruhiges, abgeschiedenes Plätzchen, um die Sonne zu genießen.

6 Freerider sollten vom Tscheyeck mit dem Panoramalift bis hinauf auf den Gueser Kopf (2850 m) fahren. Dort gibt es 2 schöne Skirouten, die am Ende wieder auf die Piste Nr. 19 stoßen.

7 Vor der letzten Abfahrt geht es noch in eines der Restaurants oder Hütten, z. B. die Stieralm, um einen Kaiserschmarren zu genießen (ab und zu dürfen sich auch Spitzensportler etwas Süßes gönnen!). Anschließend beende ich den Skitag auf einer der vielen Talabfahrten.

8 Danach powere ich mich am liebsten beim Training im Fitnessraum des Hotel Almhof aus. Hier gibt es vielseitige Möglichkeiten für Kraft-, Ausdauer- oder Koordinationstraining. Das Dayspa-Angebot enthält neben dem Zutritt zum Fitnessraum auch die Benutzung des riesigen Schwimm- und Wellness-Bereichs – der perfekte Ort, um den Abend mit einem entspannenden Sauna- besuch ausklingen zu lassen.

9 Für das Abendessen gibt es in Nauders unendlich viele Möglichkeiten – entweder à la carte in Restaurants oder bei einem schnellen, leckeren Imbiss. Im Stadlwirt bekommt man das größte Schnitzel Österreichs, oder man macht einen Abstecher über die Grenze nach Italien (ca. 5 km) und lässt sich z.B. in der Pizzeria Irene eine echte italienische Pizza schmecken.

10 Dienstag- und donnerstagabends lohnt es sich, noch mal in die Skiklamotten zu schlüpfen und mit dem Sessellift Lärchenhang 1 auf die Lärchenalm zu fahren. Die örtliche Skischule Interski Nauders veranstaltet dort zusammen mit den Bergbahnen Nauders die spektakuläre „Show in Snow“, und die urige Lärchenalm lädt zum Verweilen ein. Nach Hause geht es in rasanter Fahrt auf der beleuchteten Rodelbahn – ein perfekter Abschluss für einen wunderbaren Tag!

Lisa Magdalena Agerer

Die 24-jährige Skirennläuferin wurde in Zams geboren und wohnt im österreichischen Nauders. Als Tochter einer Südtirolerin und eines Österreichers besitzt sie eine doppelte Staatsbürgerschaft und startet seit 2006 für den italienischen Skiverband. In der Europacup-Saison 2010/11 feierte die damals 19-Jährige im Riesenslalom von Kvitfjell ihren ersten Sieg. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2011 gewann sie die Riesenslalom-Silbermedaille. In der Europacup-Saison 2011/12 hatte Lisa einen unglaublichen Erfolgslauf mit 8 Siegen in Folge. In jener Saison konnte sie die Europacup-Gesamtwertung sowie die Disziplinenwertungen in Riesenslalom und Abfahrt gewinnen. Seit 2009 ist Lisa immer wieder auch bei Weltcup-Rennen dabei. Ihr bisher bestes Ergebnis erzielte sie 2012 mit Platz 7 im Riesenslalom von Åre. Nach vielen Verletzungen blickt die junge Rennläuferin zuversichtlich nach vorne und plant, in dieser Saison bei den Europacup-Rennen mit neuem Material in Skandinavien zu starten. Neben dem Skisport studiert Lisa in Bruneck Tourismus-, Sport- und Event-Management.

02.12.2015
Autor: planetSNOW
© planetSNOW
Ausgabe 2015/2016/2015/2016