Krippenstein in Österreich: Paradies für Freeride-Fans

Krippenstein: Reise-Infos und Touren-Tipps

Die „Freesports Arena“ Krippenstein ist zwar nur ein Mini-Skigebiet. Aber die Freeride-Möglichkeiten gehören zum Besten, was Österreich zu bieten hat. Am besten schon während der Neuschneefälle in der Lodge einchecken – dann sind First Tracks garantiert!

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Anreise & beste Zeit
Mit dem Auto auf der A 8 bis Salzburg und dort auf die Tauernautobahn Richtung Kärnten. Bei Golling abfahren, via Abtenau und den Pass Gschütt nach Gosau und weiter nach Hallstatt und Obertraun. Saison ist von Dezember bis März. Das steile Karstgelände am „Krip“ braucht eine hohe Schneelage, die sich oft erst später im Winter einstellt. In den tieferen Lagen wird der Schnee ab März oft schon schwer. Januar und Februar sind deshalb die besten Monate.

Karten & Literatur
AV-Karte Nr. 14 „Dachsteingruppe“, Maßstab 1:25 000?Jürg Buschor, Christian Penning, Philipp Radtke: „Die schönsten Freerides in den Österreichischen Alpen“, 2009, 29,80 Euro, über den Shop von Freeride Map (www.freeride-map.com) oder den Panico Alpin Verlag (www.panico.de).

Bergführer & Guides
Outdoor Leadership: Ein Skiguide kostet pro Tag 200 Euro sowie 20 Euro für jede weitere Person
Skitouren: 295 Euro pro Tag bis 3 Personen, ab 4 Personen 98 Euro pro Nase.
Kontakt: Tel. Heli Putz: +43/ (0)6 64/2 31 48 24, Büro: +43/(0)61 35 /60 58, E-Mail: office@outdoor-leadership.com, www.outdoor-leadership.com

Skigebiet & Liftpässe
Die „Freesports Arena“ Krippenstein ist ein Mini-Skigebiet. Außer der Gondelbahn mit ihren 3 Sektionen (die zweite führt auf den höchsten Punkt) gibt es nur einen kurzen Sessellift und 2 Schlepper für Anfänger, dafür aber 30 Kilometer Offpiste-Varianten. Die einzige gewalzte Piste – mit 11 Kilometer die längste Österreichs! – führt direkt in das Tal, ohne Zugang zur Mittelstation. Diese erreicht man nur auf unpräparierten Varianten. Wer hier ankommt, kann nicht mehr ins Tal abfahren, sondern muss wieder nach oben fahren – was dauern kann, weil die Gondel bereits an der Talstation gut gefüllt wird.

Tageskarten: 34,60 Euro für Erwachsene und 25 Euro für Jugendliche; ab 1,5 Tagen gibt es Verbundskipässe für die Region Dachstein West (Feuerkogel-Ebensee, Postalm, St. Martin am Tennengebirge, Lungötz und Karkogel-Abtenau); www.krippenstein.com

An ausgewählten Wochenenden und Feiertagen fährt die „Early- Bird“-Seilbahn bereits um 7.30 Uhr auf den Berg– perfekt für „First Tracks“ und Skitourengeher.

Wohnen
Lodge am Krippenstein: Die Lodge auf 2063 Meter bietet Lager, Mehrbett- und Komfortzimmer (HP für 38 bis 49 Euro, Jugendliche: 28 bis 35 Euro). Unbedingt den Topfenstrudel von Moni probieren! Clemens nach den besten Runs fragen! Und bitte nicht die Hunde füttern! Info: www.lodge.at
Alternativ kann man auch in Hallstatt oder Obertraun übernachten. Cooler ist es aber auf dem Berg. Falls die Lodge voll belegt ist, kann man in der Gjaid Alm (www.gjaidalm.at) und in Krippenbrunn (www.krippenbrunn.de) einchecken. Beide Unterkünfte liegen direkt an der Talabfahrt.

Après-Ski
Am Nachmittag treffen sich die Freerider im Café an der Talstation oder oben an der Lodge auf einen Sundowner.

Auskünfte & Info
www.dachstein.at, www.seilbahnholding.at, www.obertraun.at, www.dachstein-salzkammergut.com

Freeriden, Offpiste, Tiefschnee: Die besten Runs

Davon träumt jeder Powder-Junkie: Einmal so richtig eingeschneit werden, ohne Exit, weil die Zufahrtsstraßen allesamt gesperrt sind. Am Krippenstein ist das möglich. Denn erstens fällt hier an manchen Tagen wirklich ein ganzer Meter Neuschnee. Und zweitens ist die Talstraße dann in der Tat wegen Lawinengefahr unpassierbar. Wer dann schon am „Krip“ eingecheckt hat, muss den frischen Pulverschnee nur mit wenigen Freeridern teilen.

Schönberg
750 Höhenmeter zwischen Berg- und Mittelstation in 25 bis 35 Grad steilem Gelände – die Schönberg-Variante ist ein leichter bis mittelschwerer Klassiker am Krippenstein mit Markierungsstangen auf der Standardroute. Von der Bergstation cruist man zum oberen Ende des Tellerlifts und peilt den flachen Sattel im Osten an (schieben!). Über diesen gelangt man in Richtung Nordosten zum Starthaus der „Sekundenjagd“ (den zugefrorenen Däumelsee umfahren). Hier beginnen die Runs Richtung Nordosten. Weiter unten visiert man die Seilbahnstütze an und umfährt diese östlich (direkt bei der Stütze lauern Dolinen). Bei den ersten Lärchen nach rechts abbiegen und hinab zur Mittelstation. Achtung: Die Schönberg nicht mehr am späten Nachmittag befahren. Wenn man die Gondel an der Mittelstation verpasst oder diese voll besetzt ist, kommt man nicht mehr ins Tal und auch nicht mehr zur Bergstation.

Angeralm
Die Angeralm ist mit 1500 Meter Höhenunterschied die beliebteste Offpiste-Abfahrt in abwechslungsvollem Gelände. Unterhalb der Bergstation des Sessellifts auf einem Rücken nach Norden (Markierungsstangen). Dann kurz und steil nach Osten, bis man den Haupthang erreicht. Ist dieser schon zerfahren, findet man weiter östlich im lichten Lärchenwald schöne Lines (Achtung: Dolinen und Cliffs!). Später unbedingt den „Exit“-Schildern folgen. Die Ausfahrt am Ende der Angeralm ist technisch nicht ganz ohne, 40 Grad steil und oft vereist. Hat man diese Passage gemeistert, folgt man der Variante „Eisgrube“, die in die Talabfahrt mündet.

Rumplerrunde
Mit 800 Höhenmeter Aufstieg und 2400 Höhenmeter Abfahrt ist die Rumplerrunde mehr eine Skitour als eine Offpiste-Variante. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn sie ist die Königstour der Region und „the place to be“, wenn alle anderen Varianten zerfahren sind. Sie bietet atemberaubende Blicke auf das Dachsteinmassiv. Man startet an der Talstation der dritten Gondelsektion und steigt Richtung Kaserne Oberfeld auf. Weiter nach Süden immer den Markierungsstangen folgen, bis man die Talstation des Sessellifts im Dachsteingletschergebiet erreicht. Mit dem Lift geht’s auf fast 2700 Meter (nur mit dem Rumpler-Ticket möglich; an der Krippenstein-Bahn fragen!). Nach dem Abfellen verlässt man das Skigebiet Richtung Norden und schwingt auf dem Hallstätter Gletscher Richtung Eisstein. Über den Gletscher in eine große Mulde, den Kleinen Eissee (2070 m). Hier auffellen und zur Simonyhütte aufsteigen. Bei guten Bedingungen kann man den bis zu 40 Grad steilen Nordhang hinter der Hütte befahren. Dann nach Nordwesten Richtung Sonntagskar und Wiesberghaus. Von dort durch die Herrengasse zur Grubenalm und durch das Escherntal nach Hallstatt. Per Anhalter oder Bus zurück nach Obertraun. Bei schlechter Sicht ist die Rumplerrunde tabu. Wer sich mit Gletscherspalten nicht auskennt, sollte einen Guide von Outdoor Leadership buchen.


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23.10.2012
Autor: Günter Kast
© planetSNOW
Ausgabe 02, 02/2012, 2013