Kaufberatung Ski

So finden Sie den richtigen Ski

Ski Test Kaufberatung
Foto: DSV
Racecarver, Sportcarver, Genusscarver, Allmountain-Ski oder doch ein fetter Offpiste-Ski oder Freeride-Ski? Skimodelle gibt es in Hülle und Fülle. Wir erklären Ihnen die Trends auf dem Markt und sorgen für Durchblick bei Ski und Carver.

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Foto: Baumgartner Jedem Skifahrer seinen Ski.

Ski fahren ist eigentlich eine ganz einfache Nummer. Zwei Bretter unter den Füßen – mehr braucht man nicht, um mit Speed die Pisten hinunterzugleiten oder mit Schmackes durch den Tiefschnee zu zischen. Dazu dann noch Skischuhe, Ski-Helm, Ski-Brille, Ski-Stöcke und Skibekleidung, und fertig ist die Grundausstattung. Klingt machbar und nach einem überschaubaren Produktangebot. Wer aber jetzt im Herbst vom Skivirus befallen in die Sportfachgeschäfte rennt, steht vor einem riesigen Bretterwald mit unzähligen Modellen und Kategorien.

Der Grund dafür ist ebenso einfach wie kompliziert zugleich. Skifahrer sind echte Individualisten und jeder hat ganz eigene Vorlieben. Während der eine das schwerelose Schweben im Tiefschnee liebt, um dabei mit makelloser Skitechnik feinste Schwünge in unverspurte Powder-Runs zu ziehen, sucht der andere sein Seelenheil in messerscharfen Carving-Kurven auf knallharten Pisten. Wieder andere lieben es, ohne große sportlichen Ambitionen genussvoll dahinzugleiten, die frische Luft einzuatmen und die beeindruckende Bergwelt förmlich aufzusaugen.

Und dann gibt es noch diejenigen, für die ein Ski ein reines Transportmittel ist, um von einer Hütte zur nächsten zu gelangen. Doch ganz egal ob Piste oder Powder, enge oder weite Schwünge, gemütliches Cruisertempo oder rasanter Speed – erlaubt ist, was gefällt und Spaß macht. Schließlich gibt es ja auch für nahezu jeden Einsatzbereich das richtige Material – speziell in diesem Jahr. Denn noch nie war das Angebot größer, die Modelle vielfältiger.

Carver-Ski versus Rocker-Ski

Das hängt vor allem mit der Rocker-Technologie zusammen, die im Offpiste-Bereich schon längere Zeit eingesetzt wird, in den letzten drei Jahren aber mehr und mehr Einzug auf den Pisten fand. Los ging es mit einigen wenigen Modellen der Allmountain-Ski und Genusscarver-Ski, gefolgt von einigen sportlich ausgerichteten Modellen. Ab letzter Saison kann man vom traditionellen Racecarver oder Slalomcarver bis hin zum Touren-Ski oder Freeride-Ski Modelle mit Rocker-Technologie erwerben.

Durch die leichte Aufbiegung der Ski – vor allem im vorderen Teil – verlagert sich der Kontaktpunkt, also der Punkt, an dem die Ski-Kante den ersten (vorne) und den letzten (hinten) Schneekontakt hat, von der Skispitze beziehungsweise vom Ski-Ende weiter zur Ski-Mitte. Die Stärke der Aufbiegung, in Verbindung mit der weiterhin eingesetzten Vorspannung im Bereich der Ski-Mitte bzw. unter der Bindung, steht dabei in Abstimmung und Ausrichtung des jeweiligen Skimodells beziehungsweise Einsatzbereichs. Während der Carving-Ski seinen Fahrer bereits bei einem geringen Aufkantwinkel direkt über die Schaufel in die Kurve zieht, entfaltet der Rocker-Ski seine Kurvendynamik erst mit zunehmendem Aufkantwinkel. Das heißt, je größer der Aufkantwinkel, desto mehr biegt sich der Rocker-Ski durch und desto mehr Kantenlänge kommt zum Einsatz. Dadurch wird der Ski bei der Kurveneinfahrt gutmütiger, fehlerverzeihender und lässt mehr Bewegungsspielräume zu. Ist beim Carver die Taillierung die variable Dimension, so ist es beim Rocker neben der Taillierung zusätzlich das Seitenprofil – also die Biegelinie.

Alle Rocker-Typen haben eine Eigenschaft gemeinsam, welche ihr Fahrverhalten nicht nur auf der Piste bestimmt: Sie variieren die Kontaktlänge der Kante abhängig von der Fahrsituation. Im Klartext: Bei langsamer Fahrt werden moderate Aufkantwinkel gefahren, und die Kontaktlänge der Kante ist aufgrund der negativen Vorspannung kürzer als beim herkömmlichen Ski. Das verleiht dem Ski mehr Wendigkeit und unterstützt den Fahrer beim Aufkanten, denn bei Belastung im Kurvenverlauf wächst die Kontaktlänge der Kante auf die gesamte Skilänge an. Aufgrund dieser Konstruktion besteht die Möglichkeit, einen Rocker- Ski einige Zentimeter länger zu fahren als einen Ski mit traditioneller Vorspannung. Das ermöglicht einen breiteren Einsatzbereich – wendig auf der Piste, spurtreu im Gelände.

Ein Ski mit Rocker-Technologie verleiht somit ein sicheres Fahrgefühl, ohne zu viel Kraft zu kosten, ein schnelles Reagieren in Gefahrensituationen ist jederzeit möglich, und vor allem der Kraftaufwand über den ganzen Skitag hinweg ist im Vergleich zu den bisher bekannten Carving-Ski überschaubar. Auch die Damenwelt profitiert selbstverständlich von dem Innovationskick und den neuen Rocker-Technologien in den verschiedensten Skikategorien. Sie dürfen sich ebenso über eine ganze Palette neuer Damen-Ski freuen.

 

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Foto: planetSNOW

Damit Sie nun auch wirklich beim Ski-Kauf den Überblick behalten, hilft Ihnen der planetSNOW-Skitest weiter. Hier finden Sie bis zum Saison-Ende mehr als 130 Skimodelle, fein säuberlich bis ins kleinste Detail getestet, akribisch beurteilt und informativ aufbereitet. Egal ob Sie nun mehr auf der Piste, im Gelände oder einfach überall unterwegs sind – da sollte auch Ihr Traumski dabei sein.

Mit dieser Tabelle finden Sie Ihren Traum-Ski: Wählen Sie das Gelände, in dem Sie am meisten fahren, und ordnen Sie ihren Geschwindigkeitsbereich möglichst realistisch ein. Das Koordinatensystem verrät Ihnen, welche Skigattung für Sie geeignet ist. Die entsprechenden Tests zu den sieben Kategorien (plus die beiden Damen-Kategorien) finden Sie auf www.planetsnow.de.


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31.10.2013
Autor: Florian Schmidt
© planetSNOW
Ausgabe 02/2013