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Valchiavenna: Per Ski auf der Via dei Carden / Italien

Skitour mal anders: Schmugglerwege auf Ski erkunden

Auf den (Ski-)Pfaden der antiken Schmuggler im Valchiavenna lässt sich vieles entdecken: urige Hütten, ursprüngliche Bergdörfer und schöne Skitouren.

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Ski Italien Schweiz Valchiavenna
Foto: Daniel Mühlbacher Alte Schmugglerpfade per Ski.

Das Valchiavenna verbindet über den Splügenpass Italien und die Schweiz. Es ist eine faszinierende Gegend, die einen spürbaren historischen Hintergrund hat und Geschichte zum Anfassen bietet. Überquert man von der Schweiz kommend den Splu?genpass, erreicht man den Skiort Madesimo, ein herrliches, durch und durch italienisches Skigebiet mit zahlreichen einfachen wie auch anspruchsvollen Pisten.

Der wahre Schatz des Valchiavenna liegt aber in der Mo?glichkeit, das Tal und seine Urspru?nglichkeit mittels verschiedener Skitouren zu erkunden. Dabei kann man seine Geschichte und die Lebensart der Menschen, die hier zu Hause sind, am besten entdecken. Nicht umsonst nennen die Einheimischen ihr Tal auch „Val di Giu?st“, was so viel bedeutet wie „Tal der Cleveren, Gerissenen, Mutigen, Direkten“ – es sind eben echte U?berlebensku?nstler!

Und entsprechend ist hier auch die Atmosphäre: Herrlich unkomplizierte Speisen in einfachen, ganz typischen Restaurants; Bergdo?rfer, die nur zu Fuß zu erreichen sind; Menschen, die sich nicht scheuen, alle ihre Besucher im italienischen Dialekt oder auch nur mit Ha?nden und Fu?ßen willkommen zu heißen.

Entlang des Tals liegen verstreut die Pfade und Spuren aus alter Zeit mit den hier typischen Holzhu?tten. Sie werden als die „Wege der Blockbauten“ („Le Vie dei Carden“) bezeichnet. Beschritten wurden sie schon von unseren Vorfahren – immer bewundernswert, egal ob sie sich, je nach Jahreszeit, im Gewand von Hirten, Wilddieben oder Schmugglern zeigten. Heute machen wir uns auf den Weg, um mit unseren Ski diesen Pfaden, die bereits vor 10.000 Jahren von Menschen begangen wurden, zu folgen. Wir wollen die Geheimnisse, die darauf verborgen liegen, entdecken.

 

Ski Italien Schweiz Valchiavenna
Foto: Daniel Mühlbacher

Mit Ski auf den Wegen der alten Wilddiebe und Schmuggler

Entlang des Tals liegen verstreut die Pfade und Spuren aus alter Zeit mit den hier typischen Holzhu?tten. Sie werden als die „Wege der Blockbauten“ („Le Vie dei Carden“) bezeichnet. Beschritten wurden sie schon von unseren Vorfahren – immer bewundernswert, egal ob sie sich, je nach Jahreszeit, im Gewand von Hirten, Wilddieben oder Schmugglern zeigten. Heute machen wir uns auf den Weg, um mit unseren Ski diesen Pfaden, die bereits vor 10.000 Jahren von Menschen begangen wurden, zu folgen. Wir wollen die Geheimnisse, die darauf verborgen liegen, entdecken.

Gleich zu Beginn des von uns gewa?hlten „Via dei Carden“ bekommen wir ein eindrucksvolles Bild der noch existierenden alten Bergdo?rfer, welche die perfekte Einstimmung auf eine solch außergewo?hnliche Skitour bieten.
Es la?uft sich wie ganz von allein hin zum na?chsten Dorf und den darauf folgenden Hochebenen und Almen. Der Anblick dieser einzigartigen Landschaft mit ihrer reichen Geschichte lenkt durchga?ngig vom anstrengenden Aufstieg ab, la?sst uns u?ber die Natur staunen und in fru?here Zeiten abschweifen. Die Ha?uschen, auch in der heutigen Zeit auf typische Art und Weise aus Stein und Holz errichtet, lassen die fru?here Bauweise noch erkennen und erahnen, wie geschickt die Handwerker bereits damals gewesen sein mu?ssen.

 

Ski Italien Schweiz Valchiavenna
Foto: Daniel Mühlbacher

Skitour auf der Via dei Carden

Auf unserem Weg gelangen wir zur Hochebene Pian dei Cavalli. Wenige Jahrhunderte nach dem Ende der Eiszeit zogen die mutigen Ja?ger und Sammler der Steinzeit vor zirka 10.000 Jahren bis in die ho?chsten Lagen dieser unwirtlichen Alpenregionen hinauf. Sie entzu?ndeten hier ihre Feuer, ließen Werkzeuge zuru?ck und ebneten an vielen Orten des Pian dei Cavalli Pfade und Spuren. Die steinzeitlichen Funde, zu denen auch leichte Aufbauten von Zelten geho?ren, zeigen, dass Menschen hier Wild gesichtet und versucht haben mu?ssen, das gebirgige Gela?nde zu verstehen. Wenn man sich umschaut, entdeckt man auch heute noch unmittelbar zahlreiche Wildspuren von Hirschen, Rehen und Ga?msen, die hier zu Hause sind und sich den fleißigen Bergsteigern und Tourengehern im Sommer wie im Winter auch gerne einmal perso?nlich zeigen.

Die „Wege der Blockbauten“ verbinden die Gemeinden aus Italien und der Schweiz schon seit langer Zeit u?ber die Berge hinweg. Kein Wunder, dass hier im Schutz der scheinbar unu?berwindbaren Berge einst Schmuggler und Wilderer ihren heimlichen Machenschaften unentdeckt nachgehen konnten. Im Valchiavenna geht es weit auf der Zeitschiene zuru?ck. Das erste und somit a?lteste Blockhaus wurde vor 6.500 Jahren erbaut. Die a?lteste Schutzhu?tte aus Stein stammt aus dem 4. Jahrtausend vor Christus. Faszinierend, wie man sich noch heute mit Ski auf genau diesen Wegen den Berg hinaufarbeiten und entlang der Ka?mme die gewaltigen Steinmassen des Valchiavenna auf sich wirken lassen kann. La?sst man sich darauf ein, so kann man ohne Schwierigkeit die Energie spu?ren, die in den Elementen Stein und Holz steckt. Gleich ausprobieren und mit allen Sinnen aufnehmen, lautet die Devise!

Die Beschreitung eines kompletten „Via dei Carden“ wu?rde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Man kann sich aber problemlos nur ein Teilstu?ck heraussuchen und gehen, solange man die Kraft dazu hat. Auch wir mu?ssen wieder auf unsere Ausgangsseite zuru?ck. Nach unserer historischen Entdeckungstour und einer wunderbaren Gipfelpause genießen wir eine herrlich einsame Abfahrt, bis wir schließlich pu?nktlich mit Eintritt der Dunkelheit im Tal abschwingen.


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17.03.2014
Autor: Claudia Rudolph
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