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Skifahren in Zermatt

Das Matterhorn ruft


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Zermatt Schweiz Ski Freeride Matterhorn
Foto: swiss-image.ch
Das Matterhorn ist ein Weltstar. Viele kommen nur wegen des meistfotografierten Gipfels der Welt nach Zermatt. Dabei hat der autofreie Walliser Wintersportort noch so viel mehr zu bieten.

Ein Traum für Skifahrer: Steinerne „Miss Schweiz“ nennen die Eidgenossen das Matterhorn. Und tatsächlich wird der meistfotografierte Gipfel der Welt angehimmelt wie eine Schönheitskönigin – von Touristen aus aller Welt genauso wie von den Einheimischen. „Das Matterhorn hat eine geradezu mystische Anziehungskraft“, sagt der Zermatter Künstler Heinz Julen.

Der Wintersportort im Schweizer Kanton Wallis hat ein riesiges Skigebiet, Schneesicherheit, romantische Hütten, Top-Hotels und Klasse-Restaurants – einzigartig aber macht Zermatt erst sein „steinerner Star“. Dem Matterhorn verdankt das einst arme Bergdorf seinen Wohlstand und seinen Weltruf. Das Matterhorn ist in Zermatt allgegenwärtig. Im Designhotel „Matthiol“, an dem der deutsch-schweizerische James Bond-Regisseur Marc Forster beteiligt ist, haben sie den Gipfel sogar auf die Dusch-Armaturen eingraviert.

 

Zermatt Schweiz Ski Freeride Matterhorn
Foto: swiss-image.ch Skifahren im Schatten des Matterhorn.

Zermatts 4478 Meter hohes Wahrzeichen ist beinahe schon zum Synonym für die Schweiz geworden. „Selbst wir Einheimischen schauen immer wieder hinauf“, gibt der Hotelier des „Cervo“, Daniel F. Lauber, zu. Sein neues Chalet-Hotel direkt an der Talabfahrt im Sunnegga-Gebiet ist ein Meisterstück modernen Alpin-Designs und hat so gar nichts von Heidi-Kitsch. Ohne das Matterhorn kommt das „Cervo“ aber auch nicht aus.

So majestätisch wirkt der Berg nur von Zermatt aus. Von der italienischen Seite des insgesamt 360 Kilometer Pisten umfassenden Skigebiets aus sieht das dort „Monte Cervino“ genannte Massiv völlig unspektakulär aus. Die neue supersteile Piste auf der italienischen Seite des Matterhorns dagegen ist ein Knüller: Auf 750 Meter Länge stürzen sich Skifahrer dort 250 Meter Höhenmeter hinunter. Das Gefälle an der steilsten Stelle beträgt 65 Prozent! Die meisten Pisten ins italienische Breuil-Cervinia sind aber sanfte Genuss-Abfahrten.

Genuss-Essen am "Zinken"

Für Matterhorn-Fans sind sie nur zweite Wahl, weil sie den berühmten Zinken immer im Blick haben wollen. Die schönste Sicht auf das Matterhorn und 28 weitere Viertausender hat man von den Pisten rund um das 3103 Meter hohe Rothorn und den 3135 Meter hohen Gornergrat. Die Bergstation mit ihrer Sternwarte erreicht man mit der Zahnradbahn, die direkt am Zermatter Bahnhof startet. Zwischen Rothorn und Gornergrat liegt der Weiler Findeln. Eine Handvoll Bauernhäuser stehen am Pistenrand auf einer Alm, vis-à-vis ragt das Matterhorn empor – ein Traum für Postkarten- Fotografen und die Genießer unter den Skifahrern, denn in einem der Häuser versteckt sich das beste Hütten-Restaurant Zermatts. Im „Chez Vroni“ werden Feinschmecker mit edlen Weinen und feinsten Speisen verwöhnt – zu fairen Preisen und ohne jegliches Schickimicki-Gehabe. Auf den Bergen und im 1620 Meter hoch gelegenen Ort gibt es unzählige Top-Restaurants mit insgesamt 248 Gault-Millau-Punkten. Zu den besten Adressen gehört das Restaurant Cervo, in dem Seraina Lauber mediterran interpretierte Gerichte aus der Region kocht. Das skurrilste Lokal ist das „Chez Heini“, in dem Besitzer Dan Daniell nicht nur hervorragendes Lamm von der eigenen Alm serviert, sondern auch noch jeden Abend seinen „Matterhorn-Schlager“ zum Besten gibt. Zum Abschluss folgt dann „I have a dream“, das Zermatts Kult-Barde mit Abba-Sängerin Frida im Duett aufgenommen hat.

Promis in Zermatt

Die Schwedin lebt seit Jahren in Zermatt. So wie viele Reiche, die in den Liftstationen zwar mit Werbeplakaten von Luxusuhren und Privatbanken umworben werden, aber in dem bodenständigen Ort nur selten protzen. Wie auch? Ihre Luxuskarossen stehen im Parkhaus in Täsch, von dem Shuttle-Züge nach Zermatt fahren. Vom Bahnhof geht es mit Elekrotaxis oder mit der Pferdekutsche des legendären Grand Hotels „Zermatterhof“ weiter. So tauchen die Reichen unter in der Masse der Wintersportler.

Die finden unendlich viel Auswahl für alle Könnensstufen und Vorlieben: Einsteiger locken die sonnigen und windgeschützten Abfahrten vom Rothorn hinunter zum Sunegga-Gebiet. Carver ziehen ihre Schwünge am liebsten auf den breiten und nicht zu steilen Pisten im Matterhorn Glacier-Areal. Dort befindet sich auch das Sommerskigebiet und am Klein Matterhorn die auf 3883 Metern gelegene höchste Aussichtsplattform Europas.

Heli-Skiing in Zermatt

Freerider zieht es zum Stockhorn oberhalb des Gornergletschers oder gleich mit der „Air Zermatt“ zum Heliski. Wegen seiner Höhe und Weitläufigkeit ist Zermatt ein Paradies für Gelände-Skifahrer. Der Münchner Spezialist Hauser Exkursionen bietet geführte Freeride-Touren rund um das Matterhorn an. Ein Genuss ist auch eine Skitour zur futuristischen „Monte-Rosa-Hütte“ des Schweizer Alpenvereins. Vom Gornergrat geht’s auf Tourenski mit Bergführer hinauf zu der einsam liegenden High-Tech-Hütte. Dank ihrer modernen Solar-Technik braucht sie nichts als Sonne. Und die scheint an durchschnittlich mehr als 300 Tagen im Jahr.
Der Weg zur „Monte-Rosa-Hütte“ ist ungefährlich, anders als der aufs Matterhorn. Im Winter hat der Berg seine Ruhe, im Sommer aber klettern Tausende hinauf. Viele überfordert der am 14. Juli 1865 vom Engländer Edward Whymper erstmals bestiegene Gipfel. Jahr für Jahr kommen einige am Berg um. „Wer dort aus der Wand stürzt, wird vom ‚Gletscherbriefkasten‘ am Fuß des Matterhorns für immer verschluckt“, sagen die Bergführer.

Autor: Brigita Krieger
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