Perfect Day: St. Anton

Ski und Party

Stefan Geli Häusl
Foto: Häusl
Der Arlberg ist mit seinen durchschnittlich 7 Meter Neuschnee pro Jahr ein echtes Schneeloch. Stefan und Geli Häusl verraten ihre Lieblingspisten und -touren.

Der Arlberg ist mit seinen durchschnittlich 7 Meter Neuschnee pro Jahr ein echtes Schneeloch – das ist allgemein bekannt. Kein Wunder, dass hier der alpine Skilauf geboren, die erste Skischule gegründet und mit der Galzigbahn die erste für den Wintersport konzipierte Seilbahn erbaut wurde. Heute finden Skifahrer in St. Anton am Arlberg alles, was das Herz begehrt: Alpine Schönheit, Schneesicherheit bis hinunter in den Ort, 350 Kilometer perfekte Pisten für Könner und Genießer, sportliche Herausforderung bei den über 200 Kilometer Variantenabfahrten sowie Snowparks, Carving-Areale, Funslopes, permanente Rennstrecken und viele verschiedene Treffpunkte für das Après-Ski.

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Karte St. Anton Ski
Foto: TVB Tirol

1 Zeitig aufstehen, Wetter und Lawinenlagebericht checken, Auto vom lockeren Schnee befreien und dann zum Frühstücken ins Anton Café – das ist ideal! Das Anton Café liegt direkt bei der Talstation der Galzigbahn und serviert ein tolles Frühstück mit super Kaffee.

2 Bis zur Galzigbahn sind es dann nur noch ein paar Schritte. Die doppelseilige Bahn fährt fast immer, auch bei starkem Wind. Außerdem fällt am Galzig normalerweise der meiste Neuschnee und die Pisten sind super präpariert. Daher machen wir die ersten Abfahrten meistens auf dieser Seite. Wenn man sich beim Aussteigen beeilt, ist man der Erste, der neben der Osthang-Piste (Nr. 5) in das Tal fährt.

3 Anschließend kann man die Abfahrt nach St. Anton auf der Skiroute Nr. 3 (schwarzer Osthang) in unberührtem Powder genießen. Hier findet man ostseitige Hänge mit sehr verspielten Geländeformen. Pistenfahrer sollten als erste Abfahrt die Osthang-Piste (Nr. 5) wählen, wenn sie noch frisch präpariert ist. Es ist zwar nur eine blaue Piste, aber immer ein Genuss.

4 Natürlich fahren wir immer wieder gerne rauf auf die Valluga und steigen das letzte Stück zum Gipfel auf – das geht auch ohne Steigfelle. Die Abfahrt von der Valluga nach Zürs ist zwar der Klassiker schlechthin, aber sie ist immer und in allen möglichen Varianten ein tolles Erlebnis. Wir haben da so einige geheime Einstiege, aber die können wir leider nicht verraten. Von Zürs geht’s mit dem Skibus nach Stuben und dann wieder rauf ins Skigebiet von St. Anton.

5 Meistens fahren wir durch bis 13 Uhr – bis dahin genügt ein Müsliriegel in der Gondel. Manchmal machen wir eine schnelle Pause an der Bergstation am Galzig – da gibt es die Anni, und die hat den besten Kaffee der Welt. Unser Mittagessen verbinden wir oft mit einem Location-Wechsel – z. B. vom Galzig auf den Rendl. Unten in St. Anton (5 a) bekommt man überall sehr gutes Essen, und die Restaurants sind mittags nicht so voll wie die Skihütten am Berg. Tipps: In der Galzig Bistrobar gibt es prima Burger, die Dorfstube mitten in der Fußgängerzone bietet gute, traditionelle Küche, und das Anton Café ist immer gut. Wenn wir doch am Berg Mittagspause (5 b) machen, dann gerne im Griabli, in dem man gutes Essen in familiärer Atmosphäre bekommt. Auch der Mooserwirt bietet sehr gutes Essen mit großen Portionen – allerdings sollte man hier vor 15.30 Uhr wieder abhauen, sonst wird es richtig laut.

6 Wir nehmen es am Nachmittag eher easy. Skigeschichte sollte man am Vormittag schreiben – nicht mit vollem Bauch. Gerne fahren wir am Nachmittag noch nordseitig, z. B. die Bachseite. Von der Bergstation der Tanzbodenbahn fährt man bis zur Piste Nr. 4 ins Steißbachtal ab. Pistenfahrer finden am Nachmittag Richtung St. Christoph (Piste Nr. 8) eine lohnende und unglaublich genussvolle Abfahrt. Die schöne Kandahar (Piste Nr. 2) sollte man am späten Nachmittag eher meiden, da dort häufig große Buckel entstehen.

7 Am späten Nachmittag ist es ideal, die Westhänge der Schindlerspitze in allen möglichen Varianten in Richtung Ulmer Hütte und weiter bis hinunter nach Stuben oder auf der Piste (Nr. 14 und 17) abzufahren. Dabei schaut man genau in den Sonnenuntergang hinein. Oft gibt es auch ein Nebelmeer zu bestaunen – absolut traumhaft.

8 Bei schlechtem Wetter und Schneesturm ist der Rendl eine optimale zweite Station nach dem Galzig. Die Gampbergbahn ist ein perfekter Startpunkt für viele tolle Freeride-Runs, die in der Nähe der Baumgrenze (ca. 1800 m) liegen. Aber Achtung: Am Rendl gibt es meist mehr Wind und weniger Schnee als auf der Galzig-Seite – und damit eine höhere Lawinengefahr!

9 Auch für Tourengeher bietet der Rendl ein echtes Highlight: Der einzige mit Stahlseilen gesicherte Winterklettersteig Tirols führt von der Bergstation der Riffelbahn II entlang des Riffelgrats zur vorderen Rendlspitze und weiter zur Rossfallscharte auf 2732 m. Von hier aus gibt es wunderbare Abfahrten durch das Malfontal nach Pettneu oder über die Rossfallalpe und durch das Moostal zurück nach St. Anton. Tipp: Die Skischulen bieten auf Anfrage geführte Touren.

10 Wer nach einem langen Skitag noch Lust auf Après-Party hat, sollte auf jeden Fall beim Mooserwirt einkehren. Dort ist immer Vollgas was los! Im Griabli oder im „Underground on the Piste“ gibt es oft gute Live-Musik, und im „Jules eatdrinkstyle“ ist man für einen gemütlichen Drink genau richtig.

11 Zum Abendessen sind das Hotel Sonnbichl in Nasserein (11 a) oder das Café Pete in der Fußgängerzone von St. Anton (11 b) gute Tipps – beide Restaurants haben eine super Küche. Wer Lust auf mexikanische Spezialitäten hat, sollte auf jeden Fall in Bobo’s Bar einkehren.

12 Zur späten Stunde sind wir am liebsten im Murrmel, in Bobo’s Bar, in der Piccadilly Bar oder dem kleinen, feinen Pub 37. Außerdem hat ja auch der Postkeller wieder geöffnet...

Stefan & Geli Häusl

Stefan und Geli kennen jede Abfahrt am Arlberg aus dem Effeff. Trotzdem sind sie am liebsten im heimischen Schnee unterwegs – obwohl sie schon fast überall auf dem Globus ihre Spuren hinterlassen haben. Stefan gehört zu den besten Freeridern der Welt, fährt auch mit seinen 39 Jahren bei der Freeride World Tour vorne mit und ist in vielen ambitionierten Skifilmen zu sehen, die häufig am Arlberg gedreht wurden. Geli war ebenfalls professionelle Freeriderin, hat sich aber seit der Geburt der gemeinsamen Tochter Jana, 6, dem Guiding verschrieben. Sie ist heute als Skiführerin im Arlberger Powder unterwegs.

16.12.2015
Autor: planetSNOW
© planetSNOW
Ausgabe 2015/2016/2015/2016