Perfect Day: Innsbruck

Skifahren rund um Mutterer Alm, Patscherkofel oder Kühtai

Mit der Stadtbahn auf die Piste? Kein Problem in Innsbruck: Vom Stadtzentrum geht es mit der Standseilbahn Hungerburgbahn zur Talstation des Skigebiets Nordpark-Seegrube auf der Nordkette. Weitere Skigebiete – wie Axamer Lizum, Mutterer Alm, Patscherkofel, Kühtai oder Schlick 2000 – befinden sich in unmittelbarer Nähe der Stadt und werden von Innsbruck aus täglich mit kostenlosen Skibussen angefahren. Wer mag, kann also jeden Tag ein anderes Skigebiet ausprobieren und sich dann abends durch die trubelige Studentenstadt treiben lassen.

 

Innsbruck Ski Lena Stoffels
Foto: Line Skis Lena Stoffels gibt Tipps für den perfekten Ski-Tag rund um Innsbruck.

Die 29-jährige Allgäuerin gewöhnte sich als Skilehrertochter schon früh an die Bretter. Mit 17 Jahren gewann Lena Stoffel die Deutschen Jugendmeisterschaften im Slalom, tauschte die Tore dann aber gegen Park und Powder. Im Winter 2009/2010 kam der Durchbruch: 1. Platz beim Check the Ripper, 2. Plätze bei den Austrian Freeski Open und dem Engadinsnow Big Mountain, 5. Platz bei den X-Games in Tignes und beim Freeride de Chamonix, einem Qualifier zur Freeride World Tour, sowie ein ziemlich gutes Segment im Skifilm „Aestivation“. 2011 gewann sie die Austrian Freeski Open. Nach einer Knieverletzung ist Lena jetzt wieder „back on track“ und träumt von einem Start im Slopestyle bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi.

1. Einen Powder-Tag in Innsbruck erkennt man daran, dass – so ab 7.30 Uhr morgens – das Knallen der Lawinensprengungen durch die gesamte Stadt hallt. Dann kann man ganz gemütlich aufstehen, da die Nordketten-Bahn sowieso nicht pünktlich öffnen wird. Auf dem Weg zur Gondel auf die Seegrube kommt man sicher an einer der unzähligen Filialen der Bäckerei Ruetz vorbei, wo es Kaffee und eine Jause zum Mitnehmen gibt.

2. Wenn das Wetter mittelmäßig ist und der obere Bereich der Gondel zum Hafelekar vorerst geschlossen bleibt, kann man in aller Ruhe den Neuschnee am Sessellift Seegrube verspuren. Der Osthang ist perfekt zum Einfahren: Wenn man oben auf der Abfahrt Nr. 3 am Kamm entlangkreuzt, dann aber in den Osthang abbiegt, um zurück zum 2er-Sessel zu kommen, findet man ein spielerisches Gelände mit Latschen und ein bisschen Wald – super zum Warmwerden. Sind die Muskeln locker, kann man schon früher in den steilen, felsigen Osthang abbiegen und die kleinen Cliffs in der Mitte des Hangs springen.

3. Wer genug vom Osthang hat, sollte an der Bergstation des Sessellifts nach rechts rausqueren. Dort findet man ein tolles, steiles Latschen-/Waldgebiet, von dem aus man ebenfalls sehr einfach zum Sessellift zurückkommt – wenn man rechtzeitig rüberquert!

4. Wenn das Gelände rund um den Sessel verspurt ist, bietet die 3er-Abfahrt oft noch gute Powder-Möglichkeiten. Mit dem kleinen Frau-Hitt-Warte-Sessellift geht es noch ein Stück höher hinaus und von da durch freies Gelände in Richtung 3er-Abfahrt. Folgt man der Piste, bieten sich hier und da tolle Gelegenheiten, um in den Wald abzubiegen. Aber Achtung: In den wunderschönen, steilen Waldpassagen verstecken sich ab und zu größere Cliffs. Man sollte diese kleinen Abstecher deshalb nur mit Bedacht machen und sich auf jeden Fall vor Ort informieren!

 

Perfect Day Innsbruck Ski
Foto: planetSNOW

5. Dann, am späten Vormittag, wird hoffentlich das Wetter besser, und die obere Sektion der Gondel macht endlich auf. Oben am Hafelekar ist als Erstes immer die „Karrinne“, die Tourenabfahrt Nr. 5, super zu fahren. Tipp: Wer sich am Rand der Rinne hält, kann immer wieder in kleine Seitenrinnen abbiegen, in denen es kurze, aber tolle steile Abschnitte sowie eventuell auch kleinere Cliffs gibt, die man springen kann.

6. Mindestens genauso gut ist die „Seilbahnrinne“, die direkt unter der Bergstation losgeht (Tourenabfahrt Nr. 6).

7. Auch rechts vom Ausstieg der Gondel befindet sich weites, steiles Gelände – die „Direttissima“. An der Bergstation noch kurz hochsteigen – meistens gibt es schon einen kleinen Weg mit Stapfspuren der Freerider, die hinüberqueren. Die Abfahrt ist – vor allem im oberen Teil – ein echter Genuss. Man powdert hoch oben über Innsbruck mit einem supertollen Blick auf die Stadt. Das ist wirklich sehr speziell. Allerdings sind die großen, weiten Hänge in diesem sehr steilen und alpinen Gelände ziemlich lawinenanfällig und erfordern gute Kenntnisse der Lawinenwarnstufe und des Verhaltens im Gelände. Außerdem sollte man rechtzeitig wieder zurück zum Skigebiet – an die Talstation des Sessellifts – queren.

8. Wer dann noch Power in den Beinen und Lust auf ein bisschen Pipe oder kleine Kicker hat, findet im Snowpark am Frau-Hitt-Warte-Sessellift ein ideales Übungsgelände. Der Park hat auch kleinere, gut aufgebaute Jib-Obstacles und macht sehr viel Spaß, da man eine kurze Liftlap hat.

9. Müde und glücklich kann man an der Talstation Hungerburg in der „Wolke 7“ noch etwas essen, trinken und den Tag ausklingen lassen. Ich persönlich nutze die frühen Stunden an der Seegrube immer voll aus und fahre, solange ich kann, ohne Pause durch. Wenn die Sonne zum Vorschein kommt, wird der Schnee – wegen der südlichen Ausrichtung der Hänge – oft relativ schnell schwer. Natürlich ist die „Wolke 7“ auch als Pausengaststätte für zwischendurch perfekt, wenn man die Powder-Waldabfahrten entlang der Piste Nr. 3 macht.

10. Nach einem gelungenen Skitag kann man in Innsbruck gemütlich durch die Bars ziehen. Super sind zum Beispiel das Moustache, das Jimmy’s oder das 6020 – alles angesagte Studentenbars. Wer noch weiterfeiern will, steigt einfach in den Keller unterhalb des Moustache – und schon ist er im Aftershave, dem angesagtesten Club der Stadt.

11.12.2013
Autor: Lena Stoffel
© planetSNOW
Ausgabe 02/2013