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Lernen fürs Leben: Skitourengeher und Lawinen
Tourengeher sollten genau wissen, was sie tun – auch nach einem Lawinenabgang. Wir geben Tipps, vermitteln Lawinenkurse und zeigen die besten Produkte für den Fall der Fälle.
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- 2Safety First: Lawinenkurse und Suchtrainings im Überblick
- 3Immer die richtige Nummer: die Touren-Safety-Card
- 4Sicherheit in Buchform: Powderguide - Lawinenrisikocheck für Freerider
- 5Sichere Sache - die besten Produkte für Tourengeher
Bis jetzt ist immer alles gut gegangen. Jahrelang sind die Tourengeher Chris und Tom mit drei Freunden aus Ulm beim ersten Schnee in die Berge gedüst, haben sich die Tourenbretter untergeschnallt und sind immer höher und höher den eisgekrönten Gipfeln zugestiegen. Bis zu diesem Sonntag: Der Wald liegt schon eine gute halbe Stunde hinter ihren fellbewehrten Tourenski; vor ihnen gleißt eine jungfräuliche Schneedecke, die Sonne brennt vom Himmel. Zum Gipfel ist es nur noch eine gute Stunde, sie sind die ersten an diesem Tag. »Hat ganz schön geschneit die letzten Tage«, schnauft Chris, durch den tiefen Schnee pflügend, »Warnstufe 3, passt also a bisserl auf!« Prompt bleibt der Rest der Gruppe stehen, um den Sicherheitsabstand zu wahren.
Dann das Krachen über ihnen. Es rauscht, donnert – und rasendes Weiß schießt plötzlich direkt vor ihnen ins Tal. Noch mal Glück gehabt! Doch wo ist Chris? Geschockt sprinten die Freunde los, Tom kramt sein Handy heraus – es hat sogar Empfang – und alarmiert die Bergwacht. Die anderen wedeln hektisch mit ihren LVS-Geräten wie mit Wünschelruten vor ihren Bäuchen herum. Verschüttete haben ja nicht viel Zeit! Doch wo suchen? Hier? Weiter oben? Wo war er denn überhaupt zuletzt? Sie teilen sich auf, drei nach unten, einer geradeaus. »Ich hab ein Signal!« Schnell wirft einer der Gruppe seinen Rucksack ab, pfriemelt die Sonde heraus – und verliert dabei die Schaufel, die sofort den Hang runterflitzt: aus dem Blickfeld, in den Wald. Doch das Signal ist noch da, der Retter folgt dem Pfeil im Display: noch 8 Meter, noch 4, noch 2 – bis er vor Tom steht. Tom hat vergessen, sein Gerät von Senden auf Suchen zu stellen. Fassungslos starren sie sich an – und blicken kurz darauf erleichtert gen Himmel, wo der Rettungsheli naht. Endlich übernehmen die Profis...
Halbwissen, mangelnde Routine, Fehler unter Stress – in den wenigsten Fällen reagieren Tourengeher lehrbuchgerecht. Abhilfe schaffen Workshops, Lawinenseminare und Kurse, wie sie von Alpenvereinen, freien Bergführern oder Alpinschulen angeboten werden. Sie bieten die beste Möglichkeit, Wissen und Erfahrung zu sammeln. Da sie meist an Wochenenden stattfinden, lassen sie sich prima an den Anfang eines Skitouren-Urlaubs legen. Jeder Tourengeher, der selbstbestimmt und auf eigene Faust loszieht, sollte einen solchen Lehrgang besuchen – und regelmäßig auffrischen, spätestens alle drei Jahre. An Attraktivität mangelt es den Angeboten nicht. So stehen auch mehrtägige Touren-Komplettkurse für Anfänger auf den Listen – inklusive Gipfelbesteigungen, Taktik- und Planungswissen sowie Lawinenseminare.
Auch Crashkurse gibt es zuhauf. Sie befassen sich meist nur mit der Rettung, in erster Linie geht es also um den Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel. Einmal besucht, kann man das Gelernte jedes Jahr aufs Neue mit Freunden üben. Allerdings: Wer erst gar keine Lawine auslöst, Gefahrensituationen frühzeitig erkennt und gezielt vermeidet, der kommt auch nicht in die Verlegenheit, sein Rettungswissen anwenden zu müssen. Genauso wichtig wie das Know-how der richtigen Rettung ist daher die Prävention. Auch dazu gibt es ausführliche Seminare: Lawinenlageberichte richtig auslegen, Hänge beurteilen, Schneebeschaffenheit bewerten und so weiter. Die Theorie wird dabei gleich in die Praxis umgesetzt – im Gelände vor der Tür sowie auf Skitouren. Dabei führt jeder Teilnehmer die Gruppe einen Tourenabschnitt lang. Später analysiert der Ausbildungsleiter die Führungsleistung aller Teilnehmer, beurteilt und gibt Hinweise zur Verbesserung. Klar, dass so etwas nicht immer Freudengeschrei auslöst – doch es wirkt. Und ist allemal besser, als verzweifelt im Lawinenkegel zu stehen und auf die Bergwacht zu hoffen.
Damit es Ihnen etwas schwerer fällt, sich dieses Jahr eine Ausrede einfallen zu lassen, hat outdoor für Sie eine Auswahl von Lawinenkursen und Safety Camps zusammengestellt. Weitere Angebote erhalten Sie bei jeder Alpinschule in Ihrer Nähe sowie bei der nächsten Alpenvereinssektion.
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12.01.2010
© planetSNOW Ausgabe 01/2010


