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Sherlock Ski und Dr. Snow

So sind Pisten perfekt präpariert

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Foto: DSV
Im Außendienst für Skifahrer: An der Kanzelwand im Kleinwalsertal haben sich Sherlock Ski und Dr. Snow auf die Spuren einer perfekter Pistenpräparierung begeben.

 

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Foto: DSV Ab auf die Pistenraupe: So wird die Piste fit für Skifahrer.

Die Skisaison ist im vollen Gang, und über die Weihnachtsfeiertage konnten bereits Hunderttausende skibegeistere Menschen in den Alpen frisch präparierte Pisten und schönsten Schnee genießen. Aber welcher Aufwand steckt dahinter? Was muss vonseiten der Bergbahnen geleistet werden, damit wir an den schönsten Tagen des Jahres unsere Skibegeisterung sicher und bei besten Bedingungen ausleben können? Wir haben Sherlock Ski und Dr. Snow zur Beantwortung dieser Frage in das Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand geschickt.

Als die beiden Agenten an der Kanzelwandbahn eintreffen, machen sie sich sofort auf die Suche nach Hinweisen, wie die Bergbahnen es schaffen, vollen Pistenspaß zu garantieren. Ein Blick auf die Talabfahrt liefert erste Antworten: Eine eindeutige Beschilderung, Fangzäune an abschüssigen Stellen und Aufprallschutzmatten z. B. an den Liftstützen sorgen für sicheren Fahrspaß. „Zu einer perfekt präparierten Abfahrt trägt nicht allein die Pistenwalze bei, sondern auch die Beschilderung und Sicherheits- zäune. Regelmäßig muss alles manuell neu gesetzt werden. Mitarbeiter ziehen jeden Stecken aus dem Schnee, um ihn neu einzusetzen. Würde das nicht passieren, würde alles im Lauf des Winters unter dem Schnee begraben“, erklärt Jörn Homburg, Marketingleiter der Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal.

 

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Foto: DSV Hier heißt es, die Bodenhaftung nicht zu vierlieren.

Lawinen sprengen und Pisten walzen

Von Weitem hören Sherlock Ski und Dr. Snow einen Hubschrauber näher kommen. Hat der etwa auch mit der Pistenpräparierung zu tun? „Indirekt schon“, erläutert Homburg. „Zu einem sicheren Skigebiet gehört auch das Absprengen von Lawinen, wenn es nötig ist. Im Bereich Kanzelwand-Fellhorn gibt es mehrere Sprengpunkte, die bei großen Neuschneemengen berücksichtigt werden müssen. An der Kanzelwand sprengen wir die Lawinen mit Sprengseilbahnen oder per Handwurf, fünf- bis zehnmal pro Saison müssen wir aus Sicherheitsgründen den Helikopter einsetzen. Das ist zwar nicht die umweltverträglichste, aber die sicherste Lösung. Ein Einsatz ist mit 1500 Euro nicht billig.“

Zum Belag, zum Schnee: Wer sorgt für die perfekte Präparierung der Pisten? Sherlock Ski und Dr. Snow müssen nicht lange warten, bis eine Pistenwalze um die Ecke biegt. Die nehmen die Ermittler genau unter die Lupe. Die Stahlketten, mit denen sich das Gefährt in den Schnee gräbt, um auch in steilem Gelände nicht die Bodenhaftung zu verlieren, gehen den Agenten fast bis zur Hüfte. Einige steile Pistenabschnitte kann der „Pisten-Bully“ trotz seiner Ketten nicht ohne Sicherung bewältigen, dann kommt die Windenvorrichtung zum Einsatz. „Oben an den Steilstücken sind Vorrichtungen installiert, in die wir uns mit der Winde einhängen und dann hochziehen“, sagt Michael Gobald, Fahrer der Maschine. „Die Windenseile sind für ihre Stabilität recht dünn und können von Skifahrern leicht übersehen werden. Daher ist es auch so gefährlich, außerhalb der Öffnungszeiten oder bei Dunkelheit in einem Skigebiet unterwegs zu sein. Hinzu kommt, dass wir Fahrer bei trockenem Schnee kaum Sicht haben, da unser Gefährt so viel davon aufwirbelt, dass wir quasi in einer Wolke fahren. Deshalb können wir Skifahrern kaum ausweichen.“

 

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Foto: DSV Per GPS findet der Pisten-Bully seinen Weg bei schlechter Sicht.

Per GPS Schnee verschieben

Wie aber findet der Fahrer dann in „seiner Wolke“ den richtigen Weg? Gobald nimmt die Agenten mit in die Fahrerkabine. Dort zeigt er ihnen ein GPS-gesteuertes Gerät, das dem Fahrer neben der Position auch die Schneehöhe, die er gerade unter den Ketten hat, anzeigt. „Das hilft, die Pistenpräparation umweltfreundlicher zu gestalten. Wenn wir wissen, welche Schneemenge wo gebraucht wird, wird nur so viel Schnee verschoben, wie notwendig ist – das spart Kraftstoff und beugt Verletzungen der Grasnarbe vor.“ Aber wird der Boden nicht durch das Gewicht des Fahrzeugs in Mitleidenschaft gezogen? „Die Bedeutung des Gewichts der Pflegemaschinen wird immer wieder überschätzt. Durch die breiten Ketten ist der Druck auf die gleiche Fläche geringer als bei einem Fußgänger“, weiß Jascha Schmid, Umweltreferent des SIS/DSV-Beirats für Umwelt und Skisportentwicklung.

Der Austausch alter gegen neue, umweltfreundlichere Maschinen ist dem Bergbahnbetreiber sehr wichtig. Eine Pistenwalze kostet bis zu 400 000 Euro, im Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand gibt es davon zehn Stück. Es werden nur qualifizierte Raupenfahrer ausgewählt, die in puncto Umweltschutz ausgebildet sind.

Sherlock Ski und Dr. Snow kommen nach ihren Untersuchungen zu dem Ergebnis: Es wird viel Aufwand betrieben, um ein Skigebiet sicher zu gestalten und den Gästen beste Pistenbedingungen zu bieten – voller Einsatz für die Skigenussgarantie!

25.02.2013
© planetSNOW