Snow How: Perfect Day in Chamonix

Der perfekte Ski-Tag am Mont Blanc

Das am Fuß des Mont-Blanc-Massivs gelegene Chamonix ist ein Mekka für Freerider, ein hochalpines Bergsteigerstädtchen und einer der landschaftlich beeindruckendsten Wintersportorte der Welt.

 

Chamonix, Frankreich, Mont Blanc, Freeride
Foto: TVB Chamonix So sieht ein perfekter Ski-Tag im Skigebiet von Chamonix aus.

Freeride-Legende Glen Plake beschreibt, wie man in Chamonix, seiner zweiten Heimat, auch ohne Powder einen perfekten Skitag erleben kann.

1. Normalerweise frühstücke ich zu Hause. Ich denke, dass man als Skifahrer ein ordentliches Frühstück braucht – nicht diesen Croissant- und Kaffee-Scheiß. Ich mag ein richtig schweres Frühstück mit viel Schinken und Ei. Natürlich kann man morgens auch ein Croissant essen – nur nicht zwei Tage hintereinander. Ein guter Tipp zum Frühstücken ist das Elevation 1904, ein Restaurant mit netter Atmosphäre und gutem, einfachen Essen. Und dann gibt es noch ein kleines, internationales Café-Restaurant, das La Petite Kitchen, in dem man sogar ein englisches Frühstück bekommt. Da würde sogar ich zum Frühstücken hingehen.

2. Nach einem guten Frühstück kann es losgehen. Allerdings muss man in Chamonix eigentlich gar nicht so früh auf den Berg. An einem Powdertag ist der Andrang morgens extrem. Wenn die Leute alle oben sind, erwischt man vielleicht keine unberührten Powderhänge mehr, aber dafür bekommt man einen wunderschönen, entspannten Skitag. An einem sonnigen Tag, wenn es eine Weile nicht geschneit hat und man einfach viel Ski fahren möchte, würde ich am Brévent anfangen – und nur den günstigen Skipass kaufen.

3. Wer oben am Brévent-Gipfel noch einen Kaffee trinken möchte, sollte im Panoramic einkehren. Hier oben ist es wunderschön und sonnig – und man hat einen tollen Blick auf den Mont Blanc.

4. Von der Brévent-Gondel kann man sich dann langsam bis nach Flégère rübertasten – immer in der Sonne. Auf diesen großen, langen Abfahrten kommt man so richtig viel zum Skifahren und man hat einen grandiosen Blick auf den Mont Blanc, die Gletscher und die Aiguille du Midi. Mittlerweile sind auch in Chamonix die Pisten richtig gut: Am besten fährt man von der Brévent-Gipfelstation im Bereich des Lifts „Stade“ runter, mit dem Cornu-Sessel hoch, runter zur Transfer-Gondel „Liaison“ und auf die Seite von La Flégère. Hier lohnt es sich, ein paar Runden am Index-Sessel zu drehen, bevor man ganz runter zur Talstation der Flégère-Gondel schwingt.

5. Es ist perfekt, wenn man gegen Mittag in Les Praz ist. Hier gibt es in Fußdistanz zur Talstation ein kleines, nettes Restaurant, das Les Rhododendrons, in dem es gutes, einfaches Essen gibt: Omeletts, Sandwiches, Pasta & Co.

6. Wer es etwas exklusiver mag: Das „La Cabane des Praz“, das Restaurant des Golf Clubs, ist nicht weit entfernt und bietet exklusive französische Küche und guten Wein.

7. Von der Flégère-Talstation fährt ein Bus rüber zu dem Skigebiet Grands Montets auf der Nordseite des Tals. Die Skifahrermassen unten an der Gondel sind um diese Zeit schon alle oben – oder schon wieder weg. Dabei wird es in Grands Montets am Nachmittag erst richtig schön. Die Sonne kommt frühestens gegen 13 oder 14 Uhr. In Kombination mit einem Vormittag in Brévent kann man so den ganzen Tag in der Sonne Ski fahren. Das ist in Chamonix etwas Besonderes, weil es hauptsächlich Nordhänge gibt.

8. In Grands Montets ist die Anzahl der Lifte überschaubar, aber man findet perfekte Freeride-Möglichkeiten, 2000-Höhenmeter-Runs und sportliches Skigelände mit vielen Buckelpisten und richtig steilen Abfahrten.

9. Wenn die Beine müde sind findet, man im Spot of Lognan, einem netten Rider Café mit italienischer Küche an der Mittelstation der Grandes-Montets-Gondel, einen schönen Ort, um den Skitag ausklingen und die Sonne untergehen zu lassen.

10. Zum Après-Ski mit Live-Musik lädt das Les Marmottons am Ende der Piste „Pierre a Ric“ ein.

11. Unten in Argentière, dem Talort von Grandes Montet gibt es viele gute Bars, wie z. B. das Rusticana, in dem man das beste Bar-Essen der Stadt bekommt, manchmal Live-Musik, Happy Hour und gute Cocktails.

12. Beim Après-Ski in Chamonix trifft man die coolen Leute im Elevation 1904, die Betrunkenen im Chambre Neuf. Aber das beste Après-Erlebnis in Chamonix bekommt man, wenn man einfach die Straße entlangschlendert und von Bar zu Bar zieht.

13. Mein Lieblingsplatz fürs Abendessen ist das La Flambée. Hier gibt es ein schönes Ambiente, qualitativ wirklich sehr gutes Essen und eine bunt gemischte Karte – zu einem sehr fairen Preis.

Glen Plake wurde 1964 in Livermore, Kalifornien, geboren. Er wuchs in Lake Tahoe – und quasi im Skigebiet von Heavenly – auf. Glen gilt in der Freeskiing-Szene als lebende Legende. Er gehört zu den Pionieren des Sports – und zu den wenigen dieser Pioniere, die immer noch dabei sind. Er meistert auch mit über 40 noch 60° steile Eisflanken in über 6000 Meter Höhe und hat mit seinem Markenzeichen, dem bunten Irokesen-Schnitt, die Welt des Freeskiings in den letzten zwei Jahrzehnten eindrucksvoll gefärbt. Skifahrer auf der ganzen Welt schätzen ihn für seine unvergesslichen Auftritte in Skifilmen wie “The Blizzard of Aahhhs”, “Fistful of Moguls”, “License to Thrill” oder “The Edge of Never”. Das amerikanische „Powder Magazine“ wählte ihn 2006 zum einflussreichsten Skifahrer in 35 Jahren Powder Magazine.

Fotostrecke: Zermatt: Skifahren am Matterhorn

8 Bilder
Zermatt Schweiz Ski Freeride Matterhorn Foto: swiss-image.ch
Zermatt Schweiz Ski Freeride Matterhorn Foto: swiss-image.ch
Zermatt Schweiz Ski Freeride Matterhorn Foto: swiss-image.ch
24.01.2013
Autor: Glen Plake
© planetSNOW
Ausgabe 01/2013