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Perfect Day - Pulverkur in Verbier
Verbier ist ein Mekka der Freerider. Aus allen Ecken der Welt pilgern die Gläubigen ins gelobte Land im Unterwalliser Val de Bagnes. Flanken aller Expositionen und Steilheit bieten Unmengen an Freeride-Möglichkeiten und selbst die Anzahl an Pistenkilometern sucht in der Schweiz seinesgleichen.
Gefrorenes Wasser und Luft sind die bevorzugten Elemente des Westschweizers Simon Starkl. Als Freeride-Fanatiker ist der Outdoor-Fotograf schon seit Jahren mit Ski und Gleitschirm im Wallis unterwegs.
1. Zu einem perfekten Tag gehört immer auch eine perfekte Vorbereitung. Nimm dir also die nötige Zeit zur Planung deiner Routen und kontrolliere deine Sicherheitsausrüstung. Mit der »Freeride-Map Verbier« in der Tasche und dem Lawinenlagebericht im Kopf kann es losgehen.
2. Wer sich in Verbier seine Linie im frischen Schnee sichern will, muss früh aus den Federn. Tagesgäste fahren mit dem Auto oder mit dem Zug bis Le Châble und lassen sich mit der Gondelbahn bequem bis zur Mittelstation Les Ruinettes hochtragen. Alle anderen steigen in Verbier Médran zu. Egal von wo du gekommen bist, mit der schnellen und bequemen Doppelseilbahn Funispace schwebst du vorbei an verlockend steilen Rinnen hinauf zum Attelas auf 2770 Metern über dem Meer.
3. Das erste Ziel des noch jungen Tages ist der anspruchsvolle Mont Fort. Die lockere Aufwärmrunde für diese Herausforderung lässt dich über die perfekt präparierten Pisten – vorbei an den perfekt präparierten Kickern im Swatch Snowpark – nach La Chaux cruisen.
4. Als Freund steiler Skiberge fährst du mit der riesigen Jumbo-Luftseilbahn zum Col des Gentianes und von dort auf den Gipfel des majestätischen Mont Fort. Gehörst du eher zur Gilde der Springteufel, bleibst du am besten gleich im Park und gönnst dir die ersten Flüge durch die frische Morgenluft.
5. Auf dem Mont Fort gilt es. Lassen es die Schneebedingungen, deine Fahrkünste und die Offpiste-Erfahrung zu, darfst du dich dem 1500 Höhenmeter langen Ritt auf der steilen Rückseite nach Siviez hingeben. Verschiedene Abfahrtsvarianten sind auf der Freeride-Map eingezeichnet. Die unzähligen Drops, Couloirs, Gletscher und steilen Flanken machen die Berge rund um Verbier zur perfekten Spielwiese der Pros und Locals. Es tummeln sich aber mindestens so viele unerfahrene Freerider abseits der Pisten. Rein optisch lassen sich die beiden Gruppen mittlerweile nicht mehr unterscheiden. Am Mont Fort gilt deshalb einmal mehr die eiserne Regel, nie jemandem blind hinterherzufahren. Vielleicht ist er zu gut, vielleicht ist er aber auch zu schlecht.
6. Sind kontrollierte Pisten dein bevorzugtes Revier, wählst du die steile, buckelige Linie unterhalb der Mont-Fort-Bahn. Bis La Chaux hast du über 1000 Höhenmeter zur Verfügung, um die planierten Hänge mit deiner Handschrift zu signieren.
7. Höhenmeter bolzen nagt an den Reserven. Deshalb nimmst du die Bahnen zurück nach Les Attelas und schnappst dir auf der Sonnenterrasse des Restaurant L’Olympique einen Liegestuhl. Einfach die Beine hochlegen, eine Croûte au Fromage (Käseschnitte) genießen und von der bevorstehenden Abfahrt durch den »Rock Garden« träumen.
8. Ist der Aufstieg zur Arête de Chassoure schon gespurt, kannst du die Felle getrost im Rucksack lassen. Das Felsengärtlein, wie es die Freerider von Verbier nennen, ist in Wahrheit ein Garten Eden von einem Kilometer Breite. Hier findet jeder seinen persönlichen Flecken Pulverschnee.
9. Abwechslung gefällig? Vom hochalpinen Fuß des Mont Gelé gelangst du zwischen verschneiten Bäumen durch das pittoreske Vallon D’Arby nach La Tzoumaz. Diese Route gehört seit Jahrzehnten zum Inventar des Skigebietes und wurde durch den regelrechten Freeride-Boom wiederbelebt.
10. Der Sektor Savoleyres besitzt einen völlig anderen Charakter und unterstreicht damit Verbiers Vielfalt an abwechslungsreichem Terrain. Statt in steilen Rinnen und schroffen Flanken zieht man hier seine Spuren zwischen die einzelnen Bäumen der schneebedeckten Almwiesen. Aufgrund der moderaten Steilheit bietet Savoleyres für Freeride-Rookies und Carving-Verrückte gleichermaßen perfekte Trainingsverhältnisse.
11. Auch der schönste Tag im Walliser Schnee geht einmal zu Ende. Beim kühlen Bierchen an der gemütlichen Bartheke des »Fer à Cheval« gegenüber der Gondelbahnstation Médran kannst du mit deinen Freunden noch den ganzen Abend in Erinnerungen schwelgen.
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Perfect Days
03.02.2010
© planetSNOW Ausgabe 01/2010


