Kaufberatung Skijacke

So finden Sie die richtige Funktionsjacke zum Skifahren

Skijacken von Löffler
Foto: Löffler
Nebel am Morgen, Sonne am Mittag, dazwischen Wind, Regen, Graupel und Schnee. Egal ob an knackig-kalten Januartagen oder bei frühlingshaften Apriltemperaturen, Skifahrer, Freerider, Langläufer und Tourengeher sehen sich mitunter anspruchsvollen Anforderungen ausgesetzt. Jacken müssten geradezu Supertalente sein, um während der Belastung und in Pausen warm und trocken zu halten. Welche Skijacke was kann und wie sie funktionieren, erfahren Sie hier ...

Ob wasserdichte Hardshell oder weiche, elastische Softshell, ob mit Membrane und damit wasserabweisend bis wasserdicht, ob leichte, warme Daune, Kunstfaser, Wolle, oder ob gleich eines der neuen Hybrid-Modelle, die von allem etwas intus haben – für alle Wintersportjacken gilt: Sie müssen praktisch und bequem sein, zuverlässig gegen Wind und Niederschlag schützen und gefallen. Im Jacken-, Parka- oder Bomber-Stil. Ihre Funktion? Die ist erst auf den dritten oder vierten Blick erkennbar.

Im Trend liegen immer leichtere und dünnere Skijacken, geringere Packmasse und für alle Jahreszeiten flexible Zwiebelschalensysteme. Wer bescheiden ist, schafft es, mit nur einer wasserdichten Hardshell-Winterjacke und einer klugen Auswahl an funktionellen Hybrid-, Mid- und Base-Layern durch seinen aktiven Winter zu kommen. Beinahe als Alleskönner unter den Skijacken erweisen sich dabei die Hybrid-Jacken, meist aus wasserabweisender oder wasserdichter Außenschicht und einer warmen Isolationsschicht. Hybridjacken funktionieren bei warmem und kaltem Wetter, im Herbst, Frühjahr und Sommer, mit einer weiteren äußeren Lage obendrüber auch bei extremer Kälte und im Winter - auch als Skijacke.

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Sport braucht Funktion

‚Praktisch‘ bedeutet, dass anatomisch-durchdachte Jacken-Schnitte die Bewegungen der Sportart uneingeschränkt unterstützen. Nähte, Abnäher sorgen etwa dafür, dass beim Armeheben die Nieren ohne Kälteschock auskommen, vorgeformte Arme/Ellbogen erleichtern das Bewegen zusätzlich. Bodymapping sorgt dafür, dass Funktionsmaterialien punktgenau arbeiten können: Unter den Achseln und am Rücken zwischen den Schultern etwa dünnere, atmungsaktivere Materialien, an den Schultern, Kanten, Abschlüssen robuste Materialien für mehr Abrieb. Stretch kommt dort in Aktion, wo die meiste Beweglichkeit gefragt ist, an der Front ist vermehrt Schutz vor Wind, Wetter und Auskühlen nötig. Dazu kommen Klettverschlüsse und elastische Kordeln an Handgelenk, Bund und Kragen, Taille - denn nur individuell angepasst kann eine Skijacke auch uneingeschränkt ‚funktionieren‘.

Funktion heißt Sicherheit
Genügend und vor allem ausreichend große, gut schließbare Taschen für Liftpass, Handy, Autoschlüssel, bei Bedarf auch LVS bieten sind ebenso unabdingbar wie gut laufende Reißverschlüsse, die mit Handschuh, idealerweise auch einhändig zu bedienen sind, weder verklemmen, noch schwer laufen – im Geschäft einfach zu überprüfen. Praktisch sind ‚Zippergaragen‘, bei Wasser abweisendem Front-Reißverschluss (kann etwas Wasser durchlassen) ein überlappender Schutz und Ablaufrinnen fürs Regenwasser. Kinn und Mund sollten keine Erfrierungen und Abschürfungen bekommen von einem eiskalten Reißverschluss oder schlechtverarbeiteten Krägen ohne weiche Innenabdeckung.

Freilich, nicht jeder braucht alle Funktionen gleichermaßen, doch ohne sind etwa Freerider nicht sicher genug unterwegs. Das trifft etwa auf Helm-kompatible, rund um das Gesicht gut und einhändig anpassbare Kapuzen zu, die sich mit der Kopfdrehung mitbewegen und evtl. Sogar abtrennen lassen. Dazu kommen Lüftungsreißverschlüsse und ein Schneefang, der ebenfalls abnehmbar ist, um als Jacke mehrere Einsatzmöglichkeiten und sogar Jahreszeiten abzudecken. Praktisch sind zudem Andock-Möglichkeiten auf der Anorak-Innenseite: Per Klett, Reißverschluss oder Druckknöpfen entsteht damit aus Jacke und Hose ein freeridetauglicher Einteiler.

Skijacken-Tabus sind frieren und überhitzen

Geht es um den idealen Schutz, den eine Wintersportjacke bieten muss, sollte Regen und nasser Schnee für mindestens eine, bessere mehrere Stunden draußen bleiben – je nach Sportart und Bedarf. Beim Kauf sollte daher auf eine ausreichend hohe Wassersäule (siehe Kasten) geachtet werden. Die allerdings darf bei Ausdauersportarten mit viel Körperbewegung nicht zulasten eines guten Feuchtigkeitsmanagements gehen. Dank gut verschließbarem Kragen und Bund sollte Wasser und Feuchtigkeit nicht zusätzlich von oben oder unten eindringen können. Wo es geht, sollten bei einer Skijacke Nähte eingespart, die wenigen vertaped sein, um möglichst wenig Angriffsfläche für das Eindringen von Feuchtigkeit zu bieten. Da Wind durch den Windchillfaktor schnell extrem unangenehm sein kann, den Körper abkühlt und schwächt, sollten Jacken windabweisend, besser winddicht sein.

Schutz heißt auch, dass der Körper unter einer Skijacke weder frieren noch überhitzen darf. Für eisige Tage müssen Jacken also gut gegen Kälte und Wind isolieren. Warme Wintertage oder viel Schweißbildung bedeuten, dass mit ein und derselben Jacke nun Extrafunktionen wie Lüftungsöffnungen zum Einsatz kommen. Alternativen sind jetzt auch Jacken, deren Ärmel abzippbar sind oder die sich klein zusammenfalten und wegstecken lassen.

Klare Abgrenzung? Eher Feintuning

Grundsätzlich werden textile Funktionen, wie kluge Isolationen und Membrane, ausgerüstete Ober- und Futterstoffe, in mehreren Sportarten verwendet. Je mehr eine Jacke davon besitzt, je komplexer die Funktion arbeitet, desto mehr wird sie kosten. Die Frage nach klaren Abgrenzungen, ob und wie sich eine Jacke fürs Pistenfahren, Allmountain und Freeriden eignet, für Skitouren, Freetouring und Skibergsteigen, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten? Mittlerweile heben sich die einzelnen Funktionen sogar innerhalb eines Herstellers nur minimal und durch kaum spürbare Feinheiten ab. Und manchmal ist die Verwendung einer Funktion tatsächlich sogar eine Design-Entscheidung. So braucht etwa PrimaLofts ‚Silver‘ Isolation beispielsweise weniger Steppnähte als die ‚Gold‘-Qualität. Schlussendlich gilt: Einkauf wie Beratung im Laden richten sich danach, ob man eher Aufstiegs- oder Abfahrts-orientiert ist. Denn dieser Unterschied führt zu unterschiedlichen Anforderungen an die Jacken.

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22.10.2015
Autor: Beate Hitzler
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