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Skisafari durch die Dolomiten: Am Tonale-Pass
Schmale Couloirs, weite Powderhänge und eine dramatische Bergwelt - zwischen Dolomiten und Adamello finden Freeski-Cracks das reinste Paradies.
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- 2Skisafari durch die Dolomiten: Ohne Wartezeiten Ski fahren
- 3Skisafari durch die Dolomiten: Ein Powder-Traum

- »Dann stellt Flory die Ski in die Falllinie und versieht den Hang mit einer 700-Höhenmeter-signatur.«
Foto: Ben Wiesenfarth
Es muss eine Fata Morgana sein. Sie schimmert schwach golden durch den dichten Nebel, der sich mit dem Schnee nahtlos zu einem raumumgreifenden weißen Nichts verbunden hat und die Orientierung erschwert. Doch irgendwo hier muss sie sein, die Straße, die uns wieder zum Lift führt. »Es ist ein Engel«, schüttelt Linus verwundert den Kopf. »Und da drunter ist die Straße.« Sie liegt gut fünf Meter tiefer, während wir auf dem Dach des Denkmals aus dem ersten Weltkrieg stehen – im Sommer ein nicht zu übersehender monumentaler Bau mitten auf der Höhe des Tonale-Passes. »Schnee hat‘s offensichtlich genug«, lacht Pille und kraxelt wie ein Eiskletterer in die Fahrbahnrinne hinab.
Dabei zählt der Tonale-Pass per se zu den schneesichersten Gebieten des Trentino, da braucht es eigentlich gar keinen Jahrhundert-Winter. Von 1883 Meter ziehen hier die Lifte auf über 3000 Meter hinauf. Zusätzlich sind alle Pisten auch noch komplett beschneibar. Doch uns dürstet nach unverspurten Tiefschneehängen und steilen Couloirs. Davon soll es hier jede Menge geben. »Nur heute nicht«, zuckt Flory, unser Guide, mit der Schulter. »Zuviel Schnee, zu gefährlich. Lasst uns nach Ponte di Legno abfahren und einen Kaffee trinken gehen.« Denn während Tonale mit seinen anonymen Betonklötzen den morbiden Charme einer 70er-Jahre-Retortenstadt versprüht, lässt sich in dem lombardischen Bergdorf hervorragend italienisches Dolce Vita zelebrieren – mit Rotwein und Pizzoccheri. Für Freerider hat das Skigebiet von Ponte di Legno dafür weniger zu bieten. Das merken wir am nächsten Tag: Die steilen Pisten bieten knackigen Carvingspaß, aber im dicht bewaldeten Gelände ist kaum eine flüssige Linie zu finden.
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- Das Mittagstal zieht sich vom Pordoi-Joch hinab in Richtung Corvara und zählt u den absoluten Highlights für jeden Variantenfahrer.
Foto: Ben Wiesenfarth
Ganz anders am Tonale: Hier kommen Freerider voll auf ihre Kosten, selbst wenn die Gondel hinauf zum Paradiso immer noch geschlossen ist. Die gegenüberliegende Talseite hat geöffnet, wo sich Schlepper und Sessellifte in Reih und Glied die Berge hinaufziehen. Das Gelände ist nicht gerade steil, aber dafür weitläufig. Kniehoch liegt der Powder auf dem kupierten Gelände. »Halt stehenbleiben« – die italienische Ski-Patrol reißt uns mit gebieterischer Miene aus unseren Tiefschneeträumen und kontrolliert unser Safety-Equipment »Offpiste fahren ist nur mit kompletter LVS-Ausrüstung gestattet, ansonsten wird ein sattes Bußgeld fällig«, klären die beiden Bergwachtler auf und geben uns zum Schluss noch ein paar Abfahrtstipps mit, wie zum Beispiel die Variante über die Cima le Sorti. »Die ist zum einen wunderschön, zum anderen außerhalb der Liftsicht. Denn der gemeine italienische Skifahrer fährt gerne mal einer Gruppe hinterher.« Der wichtigste Hinweis wäre jedoch fast im italienisch-englisch-deutschen Sprachgewirr untergegangen. »Morgen um neun Uhr macht die Paradiso Bahn auf!«
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04.03.2010
© planetSNOW Ausgabe 01/2010
Autor: Olaf Beck


