Auf Skitour im Mont-Blanc-Massiv

Chamonix: Skibergsteigen im Mont-Blanc-Massiv


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Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth

 

Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth
Nirgendwo in den Alpen ist die Kulisse so spektakulär wie im Mont-Blanc-Massiv. Fotograf Ben Wiesenfarth verbrachte vier Tage im perfekten Skitourenrevier. Bilder und Infos zur Skitour am Mont Blanc hier.

Von den 25 höchsten Bergen Frankreichs erheben sich 23 im Massiv des Mont Blanc. Das Tor in diese Welt heißt Chamonix. Die Kleinstadt auf 1200 Meter Höhe zieht zwei Arten von Leuten an: solche, die mit der Schwebebahn auf den Gipfel der knapp 3800 Meter hohen Aiguille du Midi fahren und von der Aussichtsterrasse aus den Mont Blanc bestaunen. Und solche, für die das Abenteuer Mont Blanc erst hinter der Plattform beginnt, hinter den Warnschildern, auf denen man Männchen in Abgründe stürzen sieht.

Meistens sind es Bergsteiger, die in die zweite Kategorie fallen. Sie wollen die legendären Wände im Mont-Blanc-Massiv klettern, den Walker- und den Freneypfeiler oder die Nordwand der Drus. Der Fotograf Ben Wiesenfarth kommt in diesem Mai nicht zum Bergsteigen nach Chamonix, sondern zum Skitourengehen. Er ist das, was man "angefressen" nennt: begeistert, auf seine Art ein Junkie. Seine Kompagnons sind es genauso: Jochen Hoetzel, den sie seiner Waden und seines geschorenen Kopfes wegen "Pantani" nennen, ist ein Ausdauertier, und Marco Tittel steigt oft noch vor der Arbeit in die Bindung. Sie haben vier Tage Zeit. An zwei davon wollen sie mit Schlafsack, Isomatte, Seil, Kocher und Essen die eisige Welt östlich der Aiguille du Midi im Mont Blanc-Massiv auf Ski erkunden.

Fotostrecke: Skitourengehen am Mont Blanc - Impressionen

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Skitour im Mont-Blanc-Massiv Foto: Ben Wiesenfarth
Skitour im Mont-Blanc-Massiv Foto: Ben Wiesenfarth
Skitour im Mont-Blanc-Massiv Foto: Ben Wiesenfarth

Eindrucksvolle Kulissen und jede Menge feinster Powder

"Ich kenne keine Gegend der Alpen, wo Gletscherbrüche, Felsnadeln und steile Eisrinnen eine so spektakuläre Kulisse bilden wie in den Bergen bei Chamonix", sagt Wiesenfarth. Sie nehmen die erste Bahn auf den Gipfel der Aiguille - und haben Glück: Das, was im Tal noch als Regen herunterkam, hat sich oben als weicher Powder auf die Gebirgswelt gelegt. Durch die Betonkatakomben der Bergstation gelangen sie in einen Stollen, der in einen Schneetunnel mündet. Sonne blendet sie, dann kommt: ein Gartentor. Dahinter beginnt das Reich der Mutigen. Zu Fuß geht es auf den schmalen Nordostgrat der Aiguille. Links fällt er steil ab in die Zivilisation nach Chamonix. "Wenn du hier abrutschst, dann landest du fast auf dem Marktplatz", sagt Wiesenfarth. Rechts geht es 400 Meter in die Gletscher hinab, auch das nicht gerade beruhigend. Als der Grat breiter wird, fahren sie steil ab, queren am Wandfuß der Aiguille und steigen kurz auf zur Cosmique-Hütte auf 3600 Metern.

 

Skitour im Mont-Blanc-Massiv
Foto: Ben Wiesenfarth Powder-Action vom Feinsten bei der Abfahrt vom Leschaux-Gletscher

Steile Abfahrten im Mont-Blanc-Massiv

Von dort gibt es nur noch eine Richtung: abwärts, anfangs weniger, später ziemlich steil und in Falllinie, 1000 Höhenmeter hinab über den rissigen Glacier du Géant. Die Entscheidungen fallen jetzt blitzschnell: links oder rechts um die Spalte? Wer darauf die falsche Antwort gibt oder unpräzise fährt, dem verzeiht das Gelände hier im Mont Blanc-Massiv den Fehler nicht. Unten auf 2500 Meter Höhe findet sich das Team auf einem gigantischen Highway aus Eis wieder: Richtung Norden bilden der Glacier du Tacul und das Mer de Glace den größten Gletscher Frankreichs, 12 Kilometer lang, bis zu zwei Kilometer breit und bis zu 400 Meter dick, eine gewaltige Schneise, die sich zu Tal wälzt. Naheliegend wäre es jetzt, dem Gletscher ein paar Kilometer bis hinab auf 1900 Meter zu folgen, um dann Richtung Westen durchs Grüne bis nach Chamonix zu wandern - eine perfekte Tagestour.

Aber der Plan sieht einen strapaziösen Schlenker Richtung Osten vor, die steile Bergflanke hinauf zum Biwak Les Periades hoch oben auf einer Felsnadel. 800 Höhenmeter geht es in Spitzkehren bergan, zum Schluss ohne Ski durch eine 45 Grad steile, 250 Meter lange Rinne, in der die Beine bis zu den Oberschenkeln im Schnee versinken. Morgens heißt es vom Biwak 50 Meter abseilen, und dann kommt der Lohn für die Mühe des Vortags: im Morgenlicht in 30-Grad-Gelände abfahren zum Leschaux-Gletscher. Der Rest ist "Straßenbahnfahren", wie Wiesenfarth es nennt, leichtes Hinabgleiten zum Mer de Glace. "Und das Beste ist: Wir haben noch volle zwei Tage Zeit", sagt er. Ein Junkie im Glück - am Mont Blanc!

Fotostrecke: Sexy Kalender: Skilehrerinnen 2015

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Skilehrerinnenkalender 2015 Gitta Saxx Foto: Gitta Saxx, www.skilehrerinnen.at
Skilehrerinnenkalender 2015 Gitta Saxx Foto: Gitta Saxx, www.skilehrerinnen.at
Skilehrerinnenkalender 2015 Gitta Saxx Foto: Gitta Saxx, www.skilehrerinnen.at
23.03.2014
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