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Ski & Kosmetik: Die richtige Hautpflege - auch für Männer!

Cremen. Baden. Trinken: Skifahrer-Haut braucht besonderen Schutz und richtige Pflege!

Eigentlich za?hlen fu?r die Skifreunde von Dr. Peter Weisenseel nur Pisten, Abfahrtskilometer und der eine oder andere Ausflug ins Gela?nde. Die Freizeitsportler cruisen in der Regel so lange durch die Skigebiete, bis der Lift dichtmacht. Aber beim letzten Treffen in St. Anton war es so bitter kalt, dass die Gruppe am Mittag die erstbeste Hu?tte stu?rmte, um aufzutauen. Was dann passierte, hielten die Freunde mit ihren Handy-Kameras fest. Ihre Gesichter liefen tiefrot an, als ha?tte jeder seinen Kopf in einen Topf Glu?hwein gesteckt.

Dr. Weisenseel konnte seinen Kumpels das Pha?nomen erkla?ren, denn er ist Facharzt am Hamburger Dermatologikum. „Bei Ka?lte ziehen sich die Blutgefa?ße zusammen, in der warmen Hu?tte dehnen sie sich wieder. Das sorgt manchmal fu?r knallrote Ko?pfe.“ Der Effekt geht bald vorbei, hat auch keine Auswirkungen auf die Gesundheit.

 

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Foto: iStockphoto

Cremes für die Skipiste: Fett statt Feuchtigkeit

Dennoch braucht die Haut von Skifahrern den no?tigen Schutz und eine Portion Pflege, damit sie heil durch den Winter kommt. Sonnencreme geho?rt zur Grundausstattung im Skiurlaub. Mittlerweile weiß fast jeder, dass im Gebirge ein ordentlicher Lichtschutzfaktor no?tig ist. Aber Vorsicht: Es kann gefa?hrlich sein, wenn man die Reste aus der Tube dru?ckt, die man im Sommer am Badestrand nicht ganz geleert hat. Sie hat einen hohen Anteil Wasser, das in der obersten Hautschicht gefrieren kann. Deswegen ist es auch ratsam, vor dem Pistenvergnügen auf Feuchtigkeitscremes zu verzichten und fetthaltige Produkte anzuwenden.

Die helfen zusa?tzlich (neben Skimasken oder Gesichtsschals), um sich vor Ka?lte zu schu?tzen, denn Erfrierungen beim Skifahren sind laut Dr. Weisenseel sogar bei Plustemperaturen mo?glich. „Die meisten Frostbeulen sieht man bei feuchtkaltem Wetter.“ Die Kombination aus Wind und Regen oder Schnee wu?rden viele unterscha?tzen. Bei kleinen Schwellungen und bla?ulich-roten Verfa?rbungen ist bereits der erste Grad der Erfrierung erreicht. Dann muss man noch nicht zwangsla?ufig zum Arzt. Es hilft erst einmal, bei Zimmertemperatur langsam aufzutauen. „Keine heißen Umschla?ge“, mahnt Dr. Weisenseel. Besser seien sehr warme Getra?nke, um die Hautdurchblutung von innen zu verbessern. In der na?chsten Stufe bilden sich Blasen auf der Haut wie bei einer Verbrennung. Medizinische Hilfe ist in jedem Fall no?tig. Ebenso wenn sich die Haut schwarz fa?rbt, dann stirbt das Gewebe bereits ab. Richtig ungemu?tlich fu?r die Haut wird es bei Temperaturen ab -10 Grad Celsius, erkla?rt Dr. Weisenseel. Der Abfahrtswind versta?rke das Ka?lteempfinden.

Wer vor eisigen Temperaturen ins Hotel flu?chtet oder den Skitag beendet, sollte ebenfalls die „Langsam-Aufwa?rmen-Regel“ beherzigen. Danach ist auch eine Runde Sauna sinnvoll. Dr. Weisenseel ra?t, besser mit einem Pflegeo?l zu baden als zu duschen. „Wenn das Wasser permanent u?ber den Ko?rper la?uft, wird die Haut stark entfettet.“ Generell sollte die Wassertemperatur nicht zu hoch sein, sonst tritt derselbe Effekt ein. „Man kennt das vom Abspu?len. Mit heißem Wasser geht das Fett leichter vom Geschirr weg.“

Nach Sauna, Baden oder Duschen ist auf jeden Fall eine dicke Portion Creme no?tig, um die Haut geschmeidig zu halten. Dr. Nicola Otte, Kollegin von Dr. Weisenseel, weiß, dass vor allem Ma?nner damit ein Problem haben. „Mann kann ja mal mit der Bodylotion der Frau beginnen, um Beru?hrungsa?ngste abzubauen.“ Sie schla?gt aber besser einen Besuch beim Kosmetiker vor, wenigstens aber den Gang in den Drogeriemarkt, um das passende Pflegeprodukt zu finden. Dabei mu?sse die Creme keineswegs teuer sein. „Sie muss schnell einziehen, darf nicht kleben, nicht unangenehm riechen. Wichtig ist, dass man sich wohlfu?hlt.“ Weitere Tipps: Die Nachtcreme auch mal am Tag benutzen. Und: Junge Leute sollten sich ruhig eine „Creme fu?r die reife Haut“ zulegen. Neben der a?ußerlichen Pflege ko?nnen Skifahrer auch von innen etwas fu?r ihre Haut tun: viel Flu?ssigkeit zu sich nehmen. Das haben auch Dr. Weisenseel und seine Freunde beim eiskalten Ausflug nach St. Anton beherzigt. „Zum Aufwa?rmen haben wir massig Tee getrunken.“

11.03.2014
Autor: Christian Schreiber
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