Safety-Kurs: Sicherheitstraining für Skitourer

Sicher auf Skitour


Zur Fotostrecke (4 Bilder)

Skitour Sicherheit Safety
Foto: Hansi Heckmair

 

Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS
Foto: Hansi Heckmair

 

Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS
Foto: Hansi Heckmair

 

Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS
Foto: Hansi Heckmair

 

Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS
Foto: Hansi Heckmair
Skitouren machen Spaß. Während eines Sicherheitstrainings lernt man außerdem, unterwegs potenzielle Gefahrenstellen auszumachen und richtig zu bewerten. planetSNOW macht den Live-Test.

Lesen Sie in diesem Artikel:


"Gras! Hier ist nur eine verdammte Wiese!“ Schweißperlen glänzen auf Ralfs Stirn, sein Atem geht schnell, ratlos blickt er mich an. Nach drei Minuten Schneeschaufeln haben wir statt des gesuchten Lawinenopfers nur die Wiese von den erdrückenden Schneemassen befreit.

Dabei lief doch alles nach Plan: Sofort hatten wir die LVS-Geräte auf "Suchen" umgeschaltet, das Signal des Verschütteten schnell erfasst, ihn mittels Feinsuche und Sonde geortet und gleich mit dem Schneeschippen begonnen. Nur sieben Minuten hat das alles gedauert, noch hätte ein Verschütteter also Chancen. Noch. Aber schon nach zirka 15 Minuten nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch ab.

Fotostrecke: Übung macht den Meister: Stationen eines Lawinen-Safety-Camps

4 Bilder
Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS Foto: Hansi Heckmair
Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS Foto: Hansi Heckmair
Lawine Sondieren Sicherheit Schaufeln LVS Foto: Hansi Heckmair

Sondieren - gefunden!

Also los! Aufgeregt stochern wir mit den Lawinensonden im Schnee um das freigelegte Stück Wiese. Jetzt, endlich: Die Spitze meiner Sonde stößt auf etwas Weiches, leicht Federndes. "Das muss er sein", rufe ich Ralf zu, der bereits die Schaufel im Anschlag hält. Und diesmal liegen wir richtig. Zehn Minuten nach dem Startschuss unseres Bergführers haben wir dessen vergrabenen Rucksack samt LVS-Signalgeber freigeschaufelt.

Ob wir das unter realen Bedingungen – wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht – auch geschafft hätten? Wir wagen besser keine Prognose, sondern trösten uns mit dem Gedanken, dass wir bereits am ersten Tag des Safety-Camps gelernt haben, wie man gar nicht erst in eine solch heikle Situation kommt.

Risiko minimieren

Ganz ausschließen lässt sich das Risiko auf einer Skitour nie, doch auf ein Minimum begrenzen – das geht schon. Wie, kann man sich anlesen. Doch Lesen allein reicht einfach nicht. Das merken wir, die sieben Teilnehmer eines Safety-Camps im Kleinwalsertal, gleich auf der ersten Übungstour. Mit dabei: der aktuelle Lawinenlagebericht (LLB) und Bergführer Jörn Heller. Immer wieder bleibt er stehen und fordert uns auf, das Gelände auf Gefahrenstellen hin zu untersuchen. Vor allem geht es darum, die laut LLB riskanten Zonen auszumachen und eine sichere Aufstiegslinie zu finden. Auch rät der Experte eindringlich, den "Faktor Mensch" bei der Risikobewertung mit einzubeziehen. Also: Was sehen wir? Was bedeutet es in Bezug auf die Angaben des LLB? Wie steil und hoch ist der Hang über uns? Und auch: Was liegt unter uns? Gibt es Fluchtmöglichkeiten oder besteht Absturzgefahr?

Besonders hilfreich ist, dass wir unser theoretisches Wissen endlich einmal auf Tour anwenden können – und dazu gleich fundiertes Feedback erhalten. "Das gibt Sicherheit, später auch einmal selbstständig eine Skitur zu planen und durchzuführen", sagt Teilnehmer Daniel Beck aus Berlin, der die zwei Kurstage in seinen Skiurlaub integriert hat. Eine praktische Sache, kann Daniel das frisch Erlernte gleich noch einmal in der Praxis anwenden und somit festigen.

Schattige Steillagen besonders gefährdet

"Die meisten Lawinenabgänge passieren in schattigen Steillagen sowie bei Hangneigungen von 35 bis 40 Grad", erklärt Ausbilder Heller bei einem Stopp weiter oben am Berg. Doch wie
ermittelt man die Neigung? Der Profi nimmt seine zwei Skistöcke und erklärt die Stock-Pendel-Methode – die überraschend schnell eine Antwort liefert. "Genauso einfach geht es mit der Snowcard vom Alpenverein (av-snowcard.de) sowie mit speziellen Smartphone-Apps", erläutert unser Ausbilder.

Am Gipfel des Grünhorns angekommen ist längst noch nicht Schluss mit der Ausbildung. Jörn Heller zeigt auf windgeformte Schneestrukturen: "Achtet auf Triebschneeansammlungen sowie auf die Übergangszonen von wenig zu viel Schnee – diese können sehr instabil sein!" Wieder heißt es: Gelände scannen – diesmal geht es um die ideale Abfahrtslinie. Eine, die hohen Fahrspaß mit maximaler Sicherheit kombiniert. Dass beides gut zusammenpasst, auch dies zeigt ein solches Sicherheitstraining.

Fotostrecke: 9 Touren-Boots im Skischuh-Check

9 Bilder
Skitouren Tourenski Boots Tourenboots Black Diamond Foto: Black Diamond
Skitouren Tourenski Boots Tourenboots Dynafit Foto: Dynafit
Skitouren Tourenski Boots Tourenboots Fischer Foto: Fischer

Fotostrecke: Test: 30 Touren-Ski der Saison 2015

30 Bilder
planetSNOW Tourenski Test Atomic Aspect Foto: Atomic
planetSNOW Tourenski Test Atomic Descender Foto: Atomic
planetSNOW Tourenski Test Black Diamond Carbon Aspect Foto: Black Diamond

Inhaltsverzeichnis

31.10.2014
Autor: planetSNOW
© planetSNOW