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Fotos & Report: Dynastar Legend Days
Wer träumt nicht davon einmal mit den Stars der Szene in der sagenumwobenen Freeride Location Chamonix zu schredden? Die Skimarke Dynastar, deren Sitz nur zehn Kilometer talauswärts von Chamonix ist, nutzte ihren Heimvorteil und organisierte eine einmalige Veranstaltung für die Gewinner ihres im Internet publizierten Fotowettbewerbs. Drei Tage Chamonix — »all inclusive« — mit den Dynastar Legends!
Die anwesenden Legends repräsentierten alle Sparten des alpinen Skilaufs: aktive und legendäre Rennfahrer wie Rekordweltmeister und Rekordolympiasieger Kjetil André Aamodt, Weltcupsieger Pepi Strobl oder Frankreichs Slalomaushängeschild Julien Lizeroux. Aber auch die frischgebackenen Freeride Weltmeister Aurélien Durcroz und Ane Enderud sowie Big Turn Erfinder Jeremy Nobis und 8000er Skifahrer Fredrik Ericsson waren mit von der Partie.
Priorité!
Am ersten Tag ging es in kleinen Gruppen bei strahlendem Sonnenschein in aller Herrgottsfrüh rauf auf die Grands Montets. Jede Gruppe wurde von einem grauhaarigen Bergführer begleitet, da wir ja auf dem Gletscher fahren werden. So ein Bergführer mag auf den Standardabfahrten der Grands Montets im ersten Moment etwas übertrieben sein, er hat aber einen entscheidenden Vorteil: Um auf den höchsten Punkt des Skigebiets, dem eigentlichen Freeride Mekka Chamonix’ zu kommen, muss der normale Tourist ein extra Ticket für € 10 pro Fahrt lösen. Meist bekommt man erst Stunden später einen Termin für die Bergfahrt und wartet trotzdem noch in einer langen Schlange. Für Bergführer gibt es einen eigenen Eingang ohne Wartezeiten. In unserer Gruppe, war neben den Legends Pepi Strobl und Jason Shutt auch der Gewinner des »Special Price« Sebastian Schröder, der noch nie in Chamonix war und erst über seine Privilegien aufgeklärt werden musste. Für mich war die »Priorité«, das absolute Sahnehäubchen der Legend Days. Ich fahre gerne in Chamonix, aber die kostspielige Zweiklassengesellschaft an der Aiguille di Midi und am »Top-lift« der Grands Montets bringt mich regelmäßig zur Weißglut. Vor allem wenn man so manche Bergführergruppe dreimal rauffahren sieht, während man selbst noch auf seine erste Bergfahrt wartet.
You are a naughty boy!
Oben an der Grand Montes angekommen, warteten strahlblauer Himmel, eindrucksvolle Blicke ins Mer de Glace und auf den Glacier d’Argentière, sowie weite flache Gletscherhänge auf die nach Freiheit und Abenteuer durstenden Freerider. Selbst nach Wochen ohne Schneefall hatten sich auf diesen nordseitigen Hängen keine Buckel ausgefahren. Es wäre also Vollgas angesagt gewesen! Allerdings hatte ich da meine Rechnung ohne den Bergführer gemacht. Am Gletscher gilt es, immer hinter dem kurz schwingenden Kapo zu bleiben und immer oberhalb von ihm abzuschwingen, es könnte unterhalb ja eine Spalte lauern. Lustigerweise hat sich unser Weltcup-Skiass Pepi Strobl seine Skilehrerausbildung etwas zu tief verinnerlicht und schwang, in bester Arlberger Skischulmanier, gleich zweimal unterhalb unseres Führers ab. Dieser mahnte Pepi mit unnachahmlich französischem Akzent ab: »You are a naughty boy!« — Wir lagen am Boden...

- Die einzigen beiden Frauen bei den Dynastar Legend Days: Karina Hollekim und Ane Enderud.
Foto: Archiv Dynastar
Dynastar: »We live skiing- join us!«
Nach drei Fahrten und knapp 4000 Höhenmeter später trafen wir uns an der Refuge Chalet de Lognan mit dem Rest der Truppe. In der Sonne sitzend checkten wir die ankommenden Skifahrer unserer illustren Gruppe aus Legends, Aktiven, Gewinnern, Dynastar Mitarbeitern und Journalisten ab. Selbst unter den Skilegenden brauchen sich die Mitarbeiter von Dynastar nicht zu verstecken. Alle samt stehen sauber am Ski, das Firmenmotto ist also nicht nur ein Marketinggag.
Leider war uns das Wetter die nächsten Tage nicht mehr so wohl gesonnen wie an diesem ersten, perfekten, Tag. Auffrischender Wind und Regen, machten das Skifahren nicht mehr zu einem ungetrübten Genuss. Dafür blieb uns mehr Zeit für interessante Gespräche bei ausgesuchten Weinen und leckeren Speisen. Unter allen Legends polarisierte Jeremy Nobis am meisten. Während sich die Alpinrennfahrer gerne über Aktien und ihre letzten Sportflugreisen unterhielten, merkte man deutlich, dass in den Wäldern und Bergen Alaskas ein rauer Wind weht. Eines späten Abends stellte sich heraus, dass Jeremy am ersten Tag einen Teil seiner Gruppe der Obhut des Bergführers entführt hatte, um sich mit ihnen in einer spontan entschieden Rowdy-Aktion den Pas de Chèvre von der Grands Montets hinunter zum Mer de Glace zu stürzen. Das darf natürlich keiner Erfahren...versprochen...aber genau deswegen fahr ich irgendwann zu ihm nach Alaska: www.chugachpowderguides.com
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26.11.2009
© planetSNOW Ausgabe 01/2010
Autor: Olli Grau


